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Kritik von Wetterexperte Kachelmann Warum schließen Schulen und Kitas auf dem Höhepunkt des Sturms?

Von Cornelia Achenbach und Meike Baars

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Warum beenden die Schulen in der Region den Unterricht heute vorzeitig – und zwar gerade, wenn der Sturm auf seinen Höhepunkt zusteuert? Symbolfoto: GründelWarum beenden die Schulen in der Region den Unterricht heute vorzeitig – und zwar gerade, wenn der Sturm auf seinen Höhepunkt zusteuert? Symbolfoto: Gründel 

coa/meba Osnabrück. Das Sturmtief „Friederike“ erreichte Niedersachsen um die Mittagszeit – und Schulen sowie Kitas legten es Eltern nahe, ihre Kinder vorzeitig abzuholen. Wetterexperte Jörg Kachelmann bezeichnete diese Entscheidung auf Twitter „dumm“ und „ignorant“. Warum haben auch die Osnabrücker Einrichtungen so entschieden?

Nicht nur in Stadt und Landkreis Osnabrück informierten Schulen Eltern über einen vorzeitigen Schulschluss – in ganz Deutschland beendeten Schulen den Unterricht vorzeitig, und selbst einige Kindergärten stellten Eltern frei, ihre Kinder vorzeitig abzuholen. Jörg Kachelmann reagierte auf Twitter mit Unverständnis: „Es ist zum Kotzen. So viel Dummheit und Ignoranz, irgendwas auf dem Höhepunkt des Sturms zu schließen, ist kaum auszuhalten“, schrieb er auf Twitter.

Am Nachmittag ließ „Friederike“ langsam nach und zog weiter Richtung Osten. Wäre es da nicht sinnvoller gewesen, die Kinder in dem sicheren Schulgebäude zu lassen und den Sturm dort quasi „auszusitzen“? „Jede Schule entscheidet ja selbst, ob sie den Unterricht vorzeitig beendet“, sagt Gerhard Meyering von der Stadt Osnabrück auf Nachfrage. Und man habe sich in Abstimmung mit der Feuerwehr und den Stadtwerken dazu entschlossen, bereits um 11.30 Uhr eine Rückfahrmöglichkeit anzubieten – „also bevor der Sturm richtig loslegt.“

Ob der Sturm tatsächlich am Nachmittag abflaue oder nicht sogar noch anziehe oder länger dauere, hätte man zu dem Zeitpunkt der Entscheidung gar nicht sagen können.

Absprache mit Busunternehmen

Auch der Landkreis Osnabrück sprach eine Empfehlung für die Schulen aus: Demnach sollten sich Schulleiter mit den örtlichen Busunternehmen absprechen, eine geeignete Rückfahrgelegenheit organisieren und für die in den Schulen verbleibenden Kinder eine Betreuung sicherstellen. Diese Empfehlung sei bereits am Vormittag ausgesprochen worden, damit auch im Landkreis die Schulen schon vor dem Sturmhöhepunkt ab Mittag reagieren konnten.

In Stadt und Landkreis Osnabrück gab es auch Kindertagesstätten, die es den Eltern nahe legten, ihre Kinder frühzeitig abzuholen. Der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis als Träger überließ den Eltern die Entscheidung. Mitarbeiter der Einrichtungen riefen die Eltern am späten Vormittag an. „Die Betreuung war ohne Lücken überall gewährleistet. Wir wollten keine Panik verbreiten, sondern mit den Anrufen deeskalieren. Wem es möglich war, der holte seine Kinder früher ab“, erklärt Karin Trütken, beim Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Osnabrück aktuell zuständig für die Kindertagesstätten.

Abholen während des Sturmhöhepunkts?

Dass Kinder so jedoch genau während des Höhepunkts des Sturms nach Hause geholt wurden, statt in den sicheren Einrichtungen zu bleiben, sei nicht zutreffend. „Wir haben früh genug reagiert. Die Sturmspitzen waren erst für den Nachmittag angesagt“, so Trütken. Die evangelische Jugendhilfe als weiterer Kitaträger im Stadtgebiet hatte ähnlich reagiert. Auch hier bekamen Eltern einen Anruf, um selbst zu entscheiden, ob sie ihre Kinder abholen wollen.


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