„Angesicht“ in der Krahnstraße Barbara Kleinerüschkamp malt mitten in der City



Osnabrück. Beim Malen und Zeichnen lässt sie sich über die Schulter schauen: In der Nähe des Fritz-Wolf-Platzes eröffnete Barbara Kleinerüschkamp die Ateliergalerie „Angesicht“.

Die Auftragsbücher von Barbara Kleinerüschkamp sind bis zum Ende des Jahres voll. Nicht als Friseurin oder Visagistin ist die Osnabrückerin besonders gefragt, sondern als „Hobitz“. So nennt sie sich, wenn sie künstlerisch aktiv ist. Es ist ihr Mädchenname, mit dem sie Zeichnungen und gemalte Bilder signiert. Hier ein Familienporträt, dort ein großformatiges Bild fürs Wohnzimmer oder vielleicht auch ein Motiv aus der Kunstgeschichte – immer häufiger ist Kleinerüschkamp in ihrem Atelier an der Krahnstraße bei der Arbeit anzutreffen.

„Angesicht“ ist an der Schaufensterfassade zu lesen, durch die man einen Blick auf die Künstlerin vor ihrer Staffelei erhaschen kann. „Wenn ich nicht beobachtet werden will, kann ich mich zum Malen hinter eine Stellwand zurückziehen“, sagt Kleinerüschkamp. Bisher hat sie in einem Atelier in Hasbergen gearbeitet. Als die Mietbedingungen sich verschlechterten, wagte sie den Schritt ins urbane Umfeld. In der Nähe des Fritz-Wolf-Platzes hat sie „Angesicht“, eine Kombination aus Atelier und Galerie, eröffnet. „Hier bin ich mitten in der Stadt, trotzdem ist es ruhig genug zum Arbeiten“, sagt die Künstlerin. Eigentlich ist sie ja Friseurmeisterin und Visagistin und widmet sich dieser Profession als Mobildienstleisterin. Daher hat sie keine festen Öffnungszeiten in ihrem Atelier. „Wenn man mich treffen will: einfach anrufen“, sagt sie.

Wenn man „Hobitz“ bei ihrer Arbeit beobachtet, ist man an alte Zeiten erinnert, als Künstler ein gutes Auskommen hatten, weil sie für Adelshäuser oder kirchliche Würdenträger Bilder malten. An die Stelle von institutionellen Auftraggebern rücken bei ihr private Interessenten. Viele kennt sie noch aus der Zeit, als sie mit einer Kollegin ihren eigenen Friseursalon hatte.

Als Kleinerüschkamp Kinder bekam, quittierte sie ihren Job, und als die Kleinen aus dem Gröbsten heraus waren, besann sich die Mutter auf ihre Faszination für die Kunst. „Ich habe schon immer gerne gemalt“, erinnert sie sich. Doch als Autodidaktin wollte sie nicht weitermachen. Also meldete sie sich bei der „Hamburger Akademie“ an, einer Fernschule. Drei Jahre nahm sie an einem Lehrgang „Kreative Malschule“ teil. „Eigentlich müsste ich jetzt einen Sekt ausgeben, denn gerade habe ich mein Zeugnis geschickt bekommen“, sagt die Künstlerin beim Atelierbesuch im Januar stolz und zeigt auf den letzten Satz des Zertifikats: „Die Gesamtleistung wurde mit der Note 1,0 bewertet.“ Und schon setzt sie sich wieder an die Staffelei, um mit der nächsten Auftragsarbeit zu beginnen.


Atelier „Angesicht“: Krahnstraße 52/53 (Nähe Fritz-Wolf-Platz). Infos unter 0177 – 54 31 824 und www.angesicht.de

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN