Kinoatmosphäre mit Musik Milano Festival Opera spielt Ennio Morricone

Videoshow mit Filmausschnitten: Während die Milano Festival Opera Ennio Morricones Stücke spielt, laufen im Hintergrund Szenen aus Werken wie „Spiel mir das Lied vom Tod“. Foto: BigstockVideoshow mit Filmausschnitten: Während die Milano Festival Opera Ennio Morricones Stücke spielt, laufen im Hintergrund Szenen aus Werken wie „Spiel mir das Lied vom Tod“. Foto: Bigstock

Osnabrück. Mehr als 100 Solisten, Sänger und Orchestermusiker interpretieren in der Osnabrück-Halle „The Best of Ennio Morricone“. Die legendären Melodien des weltberühmten Komponisten werden von einer Videoshow begleitet.

Ob denn wohl ein Geräuschemacher auf der Bühne der Osnabrück-Halle stehen wird, wenn dort die größten Hits des italienischen Komponisten Ennio Morricone live aufgeführt werden? Immerhin ist der weltweit wohl bekannteste lebende Filmmusikkomponist dafür bekannt, dass er unheimliches Pfeifen, Ambossschläge, Peitschenknallen, Spieluhrengeklimper oder Kojotengeheul in seine Soundtracks einbaut, um die Atmosphäre der Bilder auf der Leinwand zu intensivieren. Aber auch ohne diese Klänge dürfte es wohl spannend werden, wenn mehr als 100 Solisten, Sänger und Orchestermusiker berühmte und auch nicht so bekannte Melodien Morricones live interpretieren.

Laut Ankündigung wird natürlich auch ein Lied gespielt, das bei Morricone gerne mal für Kopfschütteln sorgt: „Spiel mir das Lied vom Tod“. Zu Recht ist der 90-Jährige genervt, wenn er auf diese weltberühmte Melodie angesprochen wird. Denn wer sich mit seinem Werk beschäftigt, der versteht schnell, warum der Mann aus dem römischen Stadtteil Trastevere sich nicht gern auf diesen einen Hit reduzieren lässt. Über 500 Filmmusiken schrieb er in seiner über 50-jährigen Schaffenszeit – und nicht nur Scores für das Italo-Western-Genre, mit denen er berühmt wurde. Sogar Kammermusik, Kantaten und Messen komponierte er.

Die Kieler Konzertagentur Highlight Concerts zeichnet nun für das Konzept der Veranstaltung verantwortlich, die am 24. Januar unter dem Titel „The Best of Ennio Morricone“ in der Osnabrück-Halle präsentiert wird. „Wir arbeiten mit der Milano Festival Opera zusammen. Mit diesem Tourneeorchester haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagt Ivy Schmellenkamp. Sie ist bei Highlight Concerts für die technische Realisierung der Produktion verantwortlich. Bei der Auswahl der infrage kommenden Konzerthallen musste sie darauf achten, dass sowohl Platz für die über 100 Musiker als auch für die 12 x 6 Meter große Leinwand ist.

„Während der Aufführung läuft auf der Leinwand eine Videoshow mit Filmausschnitten und anderem Bildmaterial, das die Musikstücke illustriert“, sagt Schmellenkamp. Mit dem Orchester arbeitete sie bereits erfolgreich im Rahmen einer Verdi-Nacht zusammen, die Highlight Concerts schon mehrmals auf Tournee schickte. Daher fiel die Wahl des künstlerischen Leiters auch wieder auf den Dirigenten Marco Seco, der regelmäßig mit der Milano Festival Opera zusammenarbeitet.

So darf der Zuschauer eintauchen in die Szenerien von „Es war einmal in Amerika“, „Cinema Paradiso“, „Django Unchained“ oder gar „The Hateful 8“ von Quentin Tarantino, für dessen Filmmusik Morricone 2016 mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Dass nicht nur die größten Regisseure unserer Zeit die stimmungsvollen Soundtracks lieben, die der Italiener für ihre Filme schreibt, beweisen Bands wie Metallica, Motörhead und Ramones, die ihre Konzerte gern mit einer Einspielung des Songs „The Ecstasy of Gold“ aus dem Film „Zwei glorreiche Halunken“ eröffnen.


Milano Festival Opera unter der Leitung von Marco Seco: „The Best Of Ennio Morricone“.24. Januar, 20 Uhr, Osnabrückhalle

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