Doku im NDR-Fernsehen Wie engagierte Osnabrücker das Klima schützen

Von Marie-Luise Braun


Osnabrück. Engagiert wird in Osnabrück am Schutz des Klimas gearbeitet. Hier gibt es viele Menschen, die privat aktiv werden. Zudem hat sich die Stadt mit ihrem Masterplan „100 Prozent Klimaschutz“ konkrete Ziele gesetzt. Einige Projekte und Akteure stellt das NDR-Fernsehen am Freitag, 19. Januar 2018, in einer Dokumentation vor.

Während sich SPD und CDU/CSU in Berlin überlegen, aus dem Klimaabkommen 2020 auszusteigen, bringt es Sanne Triebkorn so auf den Punkt: „Klimaschutz kann nur in Gemeinschaft funktionieren“, sagt die Belmerin in der Dokumentation „Einfach mal was tun. Die Klimaretter von Osnabrück“ aus der Reihe „die nordstory“.

Triebkorn ist eine von vielen Akteuren, die sich für den Schutz des Klimas engagieren. Das tut sie privat, indem sie einen Großteil der Lebensmittel, die ihre Familie benötigt, auf ihrem Grundstück in Belm anbaut und erntet. Und das tut sie in der Gruppe beim Foodsharing. Das heißt, sie und ihre Mitstreiter holen Lebensmittel, die weggeworfen werden sollen, bei Supermärkten und auf dem Markt ab. Sie prüfen, was noch genießbar ist und bringen die Sachen zu sogenannten „Fairteilern“. Hier können sich Menschen umsonst aus den Kühlschränken und Regalen bedienen und die Lebensmittel mit nach Hause nehmen, um sie zu verzehren.

Das spart nicht nur Geld, es schont auch die Umwelt und das Klima. Denn Lebensmittel zu produzieren und zu transportieren benötigt beispielsweise Energie, und beim Transport werden klimaschädliche Gase produziert. Seit ihrer Gründung im Jahr 2015 haben die Osnabrücker Lebensmittelretter nach eigenen Angaben etwa zehn Tonnen Gemüse, Obst, Fleisch, Brot und andere Köstlichkeiten vor der Bio-Tonne bewahrt.

Umweltfreundliches Start-up: Die Firma Onyx composites

Es sind einige Projekte, die Christian Pietscher mit seinem Filmteam für den NDR in Osnabrück besucht hat. Ihnen allen ist eines gemeinsam: Sie werden getragen von sehr engagierten Menschen, die es schaffen, auch andere von ihren Ideen zu überzeugen.

Wie die Mitarbeiter der Firma Onyx composites, die es ermöglichen möchte, abgasfrei zu fahren und die eine Alternative zum klassischen Auto entwickelt. Das Team um Geschäftsführer Nicolas Meyer erarbeitet ein ultraleichtes Hybridfahrzeug mit einem Antriebsmix aus Elektromotor und Pedalkraft. Nach dem Auslaufen der Förderung durch die in Osnabrück ansässige Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), die zum Start den Prototyp mit 750.000 Euro unterstützt hat, sucht die Firma nun nach Investoren für die Weiterentwicklung. „Es ist ein tolles Experiment, was wir hier haben. Einfach mal ein einfaches Fahrzeug“, zeigt sich Heinrich Bottermann, der ehemalige Generalsekretär der DBU, bei einer Probefahrt von dem Fahrzeug angetan.

Weitere Aktivitäten, die der Film in abwechslungsreichen Sequenzen vorstellt, sind die Klimabotschafter der Osnabrücker Ursulaschule, die Energiemesse, die Klimaschutz-Aktivitäten der Stadt, die von Detlef Gerdts, dem Leiter des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz, koordiniert werden.

Der Maler mit dem Lastenfahrrad

Vorgestellt wird auch Jürgen Vogelsang, der alle Fahrten für seinen Malerbetrieb im Umkreis von 50 Kilometern mit einem Lasten-Pedelec macht, selbst bei Wind und Wetter. So trägt er nicht nur zum Klimaschutz bei. Durch die Bewegung tue er auch etwas für seine eigene Gesundheit, sagt Vogelsang im Film.

Sanne Triebkorn und ihr Sohn Leon beim Sortieren „geretteter“ Lebensmittel vor einem Bio-Supermarkt. Foto: NDR/Pietscher Film

Auch die meisten Foodsaver erledigen die Fahrten zwischen Supermarkt, Markt und „Fairteiler“ mit dem Fahrrad. Außerdem tun sie etwas für die Gemeinschaft: Regelmäßig trifft sich die Gruppe zu sogenannten Schnippelpartys. Dann verarbeiten sie gemeinsam einen Teil der geretteten Lebensmittel, genießen Speisen und Getränke in der Gemeinschaft und lernen sich so untereinander kennen.


„die nordstory – Einfach mal was tun. Die Klimaretter von Osnabrück“ läuft am Freitag, 19. Januar 2018 ab 20.15 Uhr im NDR-Fernsehen. Nach der Ausstrahlung wird sie voraussichtlich in der Mediathek des NDR verfügbar sein.