Lösung (fast) perfekt Osnabrücker Club „Kleine Freiheit“ kann am Standort bleiben

Bleibt weiter ein Leuchtturm der Osnabrücker Club-Szene: die Kleine Freiheit am Eingang des ehemaligen Güterbahnhofgeländes. Foto: Archiv/ElbersBleibt weiter ein Leuchtturm der Osnabrücker Club-Szene: die Kleine Freiheit am Eingang des ehemaligen Güterbahnhofgeländes. Foto: Archiv/Elbers

Osnabrück. Ende der Zitterpartie für die Kleine Freiheit am ehemaligen Güterbahnhofgelände: Nachdem mit Auslaufen des Pachtvertrags zum Jahresende 2017 zwischenzeitlich der Abriss des Clubs drohte und die Stadt den Weiterbetrieb jeweils nur monatlich verlängert hat, gibt es jetzt eine längerfristige Einigung mit Flächeneigentümer 3G Group.

Die Erleichterung bei den Club-Betreibern ist riesengroß: „Das ist das Signal, auf das wir gehofft haben“, erklärte „Kleine Freiheit“-Mitbetreiber Bernie Mersch am Montagnachmittag zur Mitteilung der Stadt, dass die „Freiheit“ erst einmal auf Sicht am Standort bleiben kann. Das werde natürlich mit einer großen Party gefeiert, wenn alles endgültig perfekt sei, um sich bei allen für die Unterstützung in den vergangenen Wochen zu bedanken.

Notartermin am vergangenen Freitag

Am vergangenen Freitag sind Stadt und 3G Group beim Notar gewesen, um den bisherigen Vertrag abzuändern. Stadtsprecher Sven Jürgensen: „Die Einigung steht aber noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Stadtrates, der am 30. Januar zur ersten Sitzung im neuen Jahr zusammen tritt.“

Nach seinen Angaben ist ein Kompromiss erzielt worden, der sicherstellt, dass die Kleine Freiheit an jetziger Stelle weitermachen kann, bis die Stadt das Grundstück für andere Zwecke nutzen will. Dann muss mit einer Ankündigungsfrist von drei Monaten die Räumung erfolgen. Es gibt nach Jürgensens Angaben aber keine Befristung der getroffenen Regelung. Der Kompromiss könnte also auch zwei Jähre oder länger Bestand haben.

Im Gegenzug bekommt die Stadt vom Flächeneigentümer einen dauerhaften Zugang zum Ringlokschuppen von der Hamburger Straße aus, bis eine Erschließungsstraße für das Güterbahnhof-Areal zur Verfügung steht. Ein unbefristetes Wegerecht war zuletzt von Politik und Verwaltung immer als Bedingung für eine Vertragsverlängerung für die Kleine Freiheit bezeichnet worden. Stadt-Sprecher Jürgensen: „Durch die unbefristete Erreichbarkeit des Ringlokschuppens ist jetzt sichergestellt, dass die Stadt endlich mit der Entwicklung des Bereichs beginnen kann, da durch die vereinbarte breite, zwischen Hase-Ufer und ,Kleine Freiheit‘ verlaufende Zuwegung jetzt Fahrzeuge aller Art zum denkmalgeschützten Gebäude gelangen können.“

Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert war zuletzt auch in seiner Handgiftenrede auf die geführten Gespräche mit der 3G Group eingegangen und hatte die Situation auf dem ehemaligen Güterbahnhof als „eine Herausforderung“ für die Stadt bezeichnet: „Ich bin mir sicher: Alle hier involvierten Institutionen und Personen haben in den vergangenen Jahren dazu gelernt. Und so unterschiedlich die Interessen auch sein mögen, müssten doch alle an Entwicklung interessiert sein.“ Er sei jedenfalls zu einem neuerlichen Anlauf bereit, denn Osnabrück habe hier „eine Brache, die ungemein attraktiv werden könnte“.

In Sachen Kleine Freiheit scheint jetzt ein Erfolg gelungen zu sein.


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