Von Blues bis Barock Ali Claudi Trio harmoniert mit Matthias Seuffert im Park Lane Jazz Club

Pionier an der Jazz-Gitarre: Das Ali Claudi Trio mit Tenorsaxofonist Matthias Seuffert (Mitte) im Park Lane Jazz Club im Hotel Novum. Foto: Thomas OsterfeldPionier an der Jazz-Gitarre: Das Ali Claudi Trio mit Tenorsaxofonist Matthias Seuffert (Mitte) im Park Lane Jazz Club im Hotel Novum. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Mit einer Premiere startete der Park Lane Jazz Club im Hotel Novum ins neue Konzertjahr. Der neu gekürte „Keeper Of The Flame“ Matthias Seuffert gesellte sich erstmals zum Ali Claudi Trio – mit beeindruckendem Ergebnis.

Mit einer Premiere startete der Park Lane Jazz Club im Hotel Novum ins neue Konzertjahr. Der neu gekürte „Keeper Of The Flame“ Matthias Seuffert gesellte sich erstmals zum Ali Claudi Trio – mit beeindruckendem Ergebnis.

Denn es gelang dem neu formierten Quartett buchstäblich spielend, einen Abend zu gestalten, der mit breit aufgestellter Stilistik kaum einen musikalischen Wunsch offenen ließ.

Von Ray Charles’ Blues-Ballade „You Don’t Know Me“ über Johnny Nashs Melodiemonster „I Can See Clearly Now“, den Swing-Standard „Chatanoogaa Choo Choo“ und das tanzbare Rhythm-’n’-Blues-Stück „Got You On My Mind“ bis hin zum Dreißigerjahre-„Stompin’ At The Savoy“ reichte die Bandbreite.

Gitarren-Pionier: Ali Claudi

All das präsentierten die vier Musiker mit so viel harmonischem Verve, dass es kaum zu glauben war, dass sie in dieser Konstellation noch nie zuvor zusammen gespielt haben. Der Jazz-Gitarren-Pionier Ali Claudi gab zwar nicht zuletzt auch mit seiner samtartigen Stimme den Ton an, seinen Mitstreitern wurde aber durchgehend so viel Raum für eigene Soli eingeräumt, dass sie jeglichen Zweifel an ihrer eigenen Virtuosität hinwegspielten.

Das galt zum einen für Keyboarder Hans-Günther Adam, der nicht nur alle Hände, sondern auch alle Füße voll zu tun hatte. Denn im feinsten Multitasking-Modus erschuf er mit Tasten und Pedalen, Hand und Fuß die unterschiedlichsten Klangfarben – vom satten Konzertflügel- über einen klirrenden E-Piano- bis hin zum authentischen Hammondorgelsound, den er mithilfe eines kleinen Oberheim-Zauberkästchens simulierte. Im Rahmen eines brasilianischen Mambos kam auch Schlagzeuger Christian Schröder zu seinem furios genutzten Solo-Recht.

Verspielte Barock-Improvisation

Gaststar Matthias Seuffert aus Königswinter überzeugte schließlich durchweg sowohl an der Klarinette als auch am Tenorsaxofon.  Nachdem er George Shearings „Lullaby of Birdland“ standesgemäß mit zwei Chorusen anspielte, staunten die Zuhörer im großen Veranstaltungssaal des Hotels nicht schlecht, als der alte Jazzstandard plötzlich in eine noch ältere, ungeprobt wilde, vergnüglich verspielte Barock-Improvisation überging.

Eine kleine, aber feine experimentelle Abweichung von der ansonsten so leichten wie leichtfüßig servierten musikalischen Kost, die nach dem schweren, traditionellen Grünkohlessen kaum einen Fuß unter den Tischen stillhalten ließ.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN