Tüll und Spitze sind angesagt „Vintage“ ist der Trend auf der Osnabrücker Hochzeitsmesse



Osnabrück. Inzwischen selbst ein Klassiker: Die Hochzeitsmesse „verliebt verlobt verheiratet“ informiert seit über 20 Jahren über Trends und Möglichkeiten, wie Brautpaare ihren „schönsten Tag ihres Lebens“ feiern können. Auch in diesem Jahr präsentierten über 60 Aussteller Hochzeitstorten, Tanzkurse, Hochzeitsfahrzeuge und -reisen aber natürlich auch Brautkleider und Anzüge, Trauringe und Blumendekorationen.

Ob märchenhafte Hochzeit, ländlich-elegante Feier oder rauschendes Fest – wer selbst bald heiratet oder sich einfach nur mal informieren wollte, jeder konnte auf der Hochzeitsmesse in der Osnabrückhalle seinem Geschmack entsprechend fündig werden. In einem Punkt entsprach die Messe – wie immer – dem Klischee: Traumhochzeiten sind Frauensache. Nicht nur die Besucher waren größtenteils weiblich, auch die Brautmodenschau und ein Großteil der Brautmode war eindeutig auf das weibliche Geschlecht abgestimmt. Allerdings gab es auch Angebote für den künftigen Bräutigam, nur nicht so viele wie für Bräute. Henning Tepe von „Tepe.Man Herrenmoden“ brachte es auf den Punkt: „Eine Hochzeit ist nicht die Party des Mannes, sie ist die Party der Frau.“ Diese stehe naturgemäß im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Tipps für den Bräutigam

Dennoch hatte Tepe auch ein paar Tipps für angehende Ehemänner und ihr Hochzeitsoutfit parat: „Ein reinweißes Hemd ist das Beste.“ Und Mann sollte keine braunen Schuhe tragen. „Eine Hochzeit ist ein hochfestlicher Anlass, dazu gehören schwarze Schuhe zum Anzug und zum Smoking Lackschuhe“, so der Fachmann, der zudem erklärte: „Die perfekte Passform von Hemd und Anzug ist wichtiger als die Farbe.“ Schwierig werde es meist, das Hemd auf die Farbe des Brautkleides abzustimmen.

„Das Hemd ist in der Regel aus einem anderen Material als das Kleid und die Farbe somit schwer zu treffen“, erklärte Tepe, bei dem sich gerade Marcel Pech informierte: „Ich war erst skeptisch, was die Messe anging und finde sie jetzt sehr gut.“ Er habe gar nicht damit gerechnet, dass er sich dort über Hochzeitsanzüge informieren könnte. Seine angehende Ehefrau Karin Tannfeld fügte hinzu: „Ich finde es gut, dass nicht nur an Frauen gedacht wird.“ Vom Anzugthema abgesehen wollten sich die beiden nun über Eheringe informieren. Und sie verrieten: „Unsere Hochzeit soll vintagemäßig sein, locker-lässig.“

Vintage und Natürlich liegen im Trend

Mit einer Hochzeit im „Vintagestil“ liegt das Paar voll im Trend: Vintage – altmodisch im positiven Sinn, ursprünglich und wertig, gerne etwas romantisch angehaucht, rustikal-natürlich und lässig-entspannt – ist in allen Bereichen angesagt. Anja Baumkötter vom Juwelier Lehmkühler berichtete beispielsweise, Vintage-Ringe im Stil der 20er und 30er Jahren seien gerade sehr beliebt, ebenso Materialverläufe zum Beispiel von Rosé- zu Gelbgold. Auch die Floristen von Klein Amsterdam setzten auf verspielt-lässige Blumenarrengements und Accessoires, die an „Omas Zeiten“ erinnerten. Sonja Gehring von Better Feeling bestätigte zudem, dass „Vintage“ auch bei Frisuren sehr angesagt sei: „Hier bedeutet das, viele Locken und eine geordnete Unordnung, die wie selbst gemacht aussieht, aber kunstvoll und aufwendig gesteckt wird.“

Gehring riet zudem, den Frisör früh in die Outfitplanung mit einzubeziehen und auf zu viel Brautschmuck sowie Schleier zu verzichten. „Wir arbeiten immer mit einzelnen Blumen, so ist jede Frisur individuell und genau auf die jeweilige Braut abgestimmt“, erklärte Gehring, die noch folgenden Tipp parat hatte: „Wer eine große Robe oder ein Prinzessinenkleid trägt, sollte bei der Frisur und dem Make-up zurückhaltend sein.“ Bei schlichten Kleidern hingegen dürften Frisur und Make-up durchaus auch mal verspielt sein.

Rahmenprogramm mit Modenschau

Apropos Brautkleid, dieses Thema durfte auf der Hochzeitsmessenatürlich nicht zu kurz kommen: Zum einen gab es eine Reihe von Ausstellern, die für jeden Typ und Größe Modelle zur Auswahl hatten. Zum anderen konnten sich die Besucher bei den Brautmodenschauen einen Überblick über die aktuelle Mode verschaffen. Offensichtlich angesagt waren hier: Spitze und Tüll, fließende Stoffe und weite (Reif-) Röcke, schmale, glitzernde und funkelnde Gürtel sowie aufsehenerregende Rückenansichten. Mit Blick auf die ausladenden Röcke und langen Schleppen derselben, stellte eine Zuschauerin fest: „Da muss der Mann aber aufpassen, dass er da nicht drauf tritt.“

Eine andere raunte derweil beim Anblick des gleichen Kleides: „Wunderschön!“ Katrin Szuba und ihre Mutter Ingeborg Szuba waren sich anschließend einig: „Die Modenschau war toll – und das letzte Kleid in Rosa hat uns beiden am Besten gefallen.“ Was die Farbe anging, waren sie mit ihrer Begeisterung nicht allein: Rosa und Blasch – ein ganz leichtes Rosa – sei gerade sehr beliebt, bestätigten die Mitarbeiterinnen des Brautmodengeschäftes Exquisit in Rheine, die zudem darauf hinwiesen: „Die Schleppen der Röcke können stets hochgebunden werden.“

Auf die Frage, welchen Fehler angehende Bräute nicht machen sollten, antworteten sie prompt und wie aus einem Mund: „Nicht zu viele Leute mitnehmen.“ Wer mit vielen Freundinnen, der Mutter und Schwestern sein Brautkleid aussuchen wolle, werde mit entsprechend vielen Meinungen konfrontiert werden. „Wenn alle reinreden, wird es schwierig“, so die Fachfrauen.


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