Rockige Fahrten ins Feuer-Land Tourstart von Hannes Bauer und Band im Osnabrücker Bastard Club

„Guitar Man“ Hannes „Feuer“ Bauer im Bastard Club. Foto: André Havergo„Guitar Man“ Hannes „Feuer“ Bauer im Bastard Club. Foto: André Havergo

Osnabrück. Zum ersten Konzert des Jahres kam der singende Udo Lindenberg-Gitarrist Hannes Bauer mit seinem zweiköpfigen „Orchester Gnadenlos“ in den Bastard Club.

Im Vorprogramm überraschte zunächst das Osnabrücker Quartett Crip Election mit mitunter poppig verspieltem Crossover-Rock. Als Hannes „Feuer“ Bauer dann den rund 100 Zuhörern von seiner Schulzeit im Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium und der elterlichen Wohnung an der Iburger Straße berichtete, dämmerte es so manchem, warum der Wahlhamburger für den Start seiner Jubiläumstour ausgerechnet Osnabrück gewählt hatte.  „40 Jahre Laubfrosch-Blues“ sollten gefeiert werden, wobei das gleichnamige Stück aus den Siebzigerjahren erst ganz am Schluss gespielt wurde.

Mit Blues und Boogie

Von Hause aus altgedienter Panikrocker im Dienste von Udo Lindenberg, kam der seit einigen Tagen altersmäßig auf der „Route 66“ fahrende Bauer mit seinem eigenen Zwei-Mann-Orchester Gnadenlos in den Bastard Club, der seinerseits in diesem Jahr einen Schnapszahl-Geburtstag feiert und sich im elften Jahr als „B.C.“ gerade neu erfunden hat.  Das kann man vom ersten Gast des Jahres nicht gerade behaupten, der gemeinsam mit Bassist Martin Hofbauer und Schlagzeuger Julien Kravetz jenen zeit-und schnörkellosen, grundsoliden deutschsprachigen Rock servierte, den er schon seit Jahrzehnten in verschiedenen Formationen pflegt – veredelt allerdings mit einem kräftigen Schuss Blues und Boogie.

Von Autos und Rock´n Roll

Nicht nur naheliegend beim programmatischen „Guitar Man“ stellte der Routinier mit zahlreichen, gern auch ausufernden Soli seine ihm locker von der Hand gehende Saitenkunst unter Beweis. Gleich beim feurigen Opener sprang der Rock-Funke über und sollte erst nach mehr als eineinhalb Stunden verglühen, als Front- und Bass-Mann mit einem recht albernen Acapella-Duett dazu einluden, ihn mit Bier zu löschen. Zuvor plädierte der Altrocker im Beastie-Boys-Stil für das „Recht und die Pflicht auf Party“, verarbeitete sein Schultrauma im „Sabbel Buggie“, kickstartete mit „300 PS am Arsch“ den rasanten „Porsche Blues“ und huldigte in epischer Breite mehrspurig seiner Liebe zu „alten Autos und Rock´n Roll“ – inklusive Basssolo und „Sex Machine“-Einspritzer. Vornehmlich um Autos und Autobahnfahrten drehten sich auch Bauers bemüht launig-witzigen Zwischenansagen („Im Frühstau zu Kassel“). Von und für seinen Freund Udo kredenzte er als Solo-Zugabe noch dessen „Hoch im Norden“, bevor das „Orchester“ zu einem finalen, instrumentalen „Yippie Ya Ya Yippie Yippie Yeah“ noch einmal kraftvoll mit einsteigen durfte.


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