Neujahresempfang der HHO Mehr Selbstbestimmung – auch in Osnabrück die neue Herausforderung

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Große Pläne für 2018: Beim Neujahrsempfang der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück stellten Geschäftsführer Heiner Böckmann und Vorstandsvorsitzender Peter Langer die anstehenden Projekte vor. Foto: Frederik TebbeGroße Pläne für 2018: Beim Neujahrsempfang der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück stellten Geschäftsführer Heiner Böckmann und Vorstandsvorsitzender Peter Langer die anstehenden Projekte vor. Foto: Frederik Tebbe

Osnabrück. Beim Neujahrsempfang der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück erläuterten Geschäftsführer Heiner Böckmann und Vorstandsvorsitzender Peter Langer die Pläne und Projekte für 2018. Neben neuen Bauvorhaben und Einrichtungen stellt die HHO das Bundesteilhabegesetz vor neue Herausforderungen.

Durch das schrittweise in Kraft tretende Bundesteilhabegesetz steht die Behindertenhilfe vor einem Umbruch. Es sieht vor, dass Menschen mit Behinderung mehr Selbstbestimmung bekommen sollen. Beim Pressegespräch zum Neujahresempfang erklärte Geschäftsführer Heiner Böckmann, dass dieses Gesetz den Alltag seiner Hilfsorganisation in den kommenden Jahren mitbestimmen werde. Die HHO müsse sich „neu aufstellen“, da in Niedersachsen derzeit noch offen sei, ob die Behindertenhilfe vom Land oder von der Kommune gesteuert werde. Dies bedeute, dass Rahmenverträge, die die Einrichtung mit dem Land abgeschlossen hat, bis 2019 neu vereinbart werden müssen.

Aufgrund des Bundesteilhabegesetzes steht die Behindertenhilfe vor der Aufgabe, sich verstärkt um den individuellen Bedarf des einzelnen Menschen zu kümmern. „Was ein Mensch für Begleitung im Wohnen oder in der Arbeit benötigt, wird auf die Person bezogen“, erklärt Böckmann. Es sei zudem ein Risiko zu mehr Bürokratie: Menschen mit Behinderung bekommen neben der Grundsicherung durch die Sozialhilfe Gelder von der Eingliederungshilfe. Diese zahlt für das, was behinderungsbedingt notwendig ist – etwa eine größere Wohnung, weil die bisherige nicht genug Platz für einen Rollstuhl bietet oder weil Hilfe bei der Zubereitung von Mahlzeiten erforderlich wird. „Die Dinge werden vermutlich differenziert abgerechnet und komplexer.“

Darüber hinaus gibt es einen Vorzeichenwechsel in den Wohnformen der Pflegebedürftigen. Der Trend geht von stationärer zu ambulanter Hilfe; immer mehr Menschen möchten zu Hause betreut werden statt in ein klassisches Wohnheim zu ziehen. „Vor zehn Jahren hatten wir vielleicht 50 ambulante Klienten. Heute sind es fast 1000“, resümiert Böckmann.

Kindertagesstätte „Schatzkiste“

Für 2018 steht außerdem der Bau der Kita „Schatzkiste“ an der Knollstraße auf der Agenda. Da die Stadt Osnabrück großen Bedarf an Kindertagesstätten habe, bietet die HHO dort nicht nur integrative Angebote für behinderte Menschen an, sondern auch für alle anderen Kinder. Derzeit ist die Heilpädagogische Hilfe in der Umsetzungsplanung. Es habe lange gedauert, alle Genehmigungen einzuholen, da in der Nachbarschaft von KME Bedenken wegen Lärm und Abgasen bestanden, doch jetzt sei „alles in trockenen Tüchern.“ An der Knollstraße soll es auch ein Wohnangebot für Kinder und Jugendliche mit Hörschädigung geben. Grundsätzlich will die HHO sich in ihren Einrichtungen auf mehr Mitbestimmung durch Kinder und Jugendliche besinnen.

Neues Metallzentrum

In der Kiebitzheide hat die HHO ein neues Metallzentrum am früheren Standort von Solarlux aufgebaut. „Da machen wir richtige Serien-Bearbeitung von Metall. Das soll dazu dienen, Leute mit einer Behinderung zu beschäftigen, die selbstständig Fräsmaschinen bedienen können, an einem Standort, an dem auch andere Unternehmen beheimatet sind. Das Metallzentrum gehört also zu unseren Werkstätten, ist von der Qualität der Arbeit aber etwas anderes, das sich im Wettbewerb bewähren muss“, hebt Vorstandsvorsitzender Dr. Peter Langer hervor. Die Ausbildung an den Maschinen gebe den Menschen darüber hinaus die Möglichkeit, später auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Anstellung zu finden.

2018 steht für die HHO auch im Zeichen eines Bauvorhabens in Sutthausen direkt vor der eigenen Haustür. Weil einige Gebäude in die Jahre gekommen sind und bei vielen Menschen ein höherer Betreuungs- und Pflegebedarf erforderlich wird, dem die HHO unter anderem mit sanitären Anlagen bislang nicht gerecht werden konnte, baut der Betrieb dort neu. Am Hauswörmannsweg gibt es außerdem Pläne für die Errichtung eines neuen Berufsbildungszentrums.


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