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15.01.2018, 06:52 Uhr KOMMENTAR

Frisch, Gesellen, seid zur Hand

Kommentar von Dietmar Kröger

Die Käthe-Kollwitz-Schule könnte wieder zu einer Lehranstalt werden. Foto: Michael GründelDie Käthe-Kollwitz-Schule könnte wieder zu einer Lehranstalt werden. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. „Fest gemauert in der Erden steht die Form, aus Lehm gebrannt. Heute muss die Glocke werden. Frisch, Gesellen, seid zur Hand.“ Die Beschlussvorlage der Verwaltung erinnert ein wenig an Schillers Glocke, die Pennälergenerationen auswendig lernen mussten. Schuldezernent Wolfgang Beckermann und seine Crew haben die Form vorgegeben, die Gesellen aus den politischen Parteien müssen nun die Glocke gießen.

Was in dem Verwaltungspapier zu lesen ist, ist wahrlich nicht neu.Ob Neue Schule, räumliche Erweiterung der Gymnasien oder ein zusätzlicher Schulstandort – jeder einzelne Punkt hat so oder leicht abgewandelt schon vor langer Zeit das Licht der Welt erblickt. Jetzt aber endlich scheint sich das Projekt Schulentwicklungsplanung mit all seinen Segnungen für die Schüler dieser Stadt zu konkretisieren.

Dass die Glocke nun gegossen werden kann, ist sicherlich auch den seit vielen Jahren erstmalig wieder gut gefüllten Kassen des Kämmerers zu danken. Jetzt ist es an der Politik, die Vorlage der Verwaltung aufzugreifen und möglichst schnell vor allem mit Blick auf den zusätzlichen Schulstandort zu Ergebnissen zu kommen. Der Rat sollte sich nicht zu Schade sein, die Bauland-Entscheidung zu revidieren und die Käthe-Kollwitz-Schule wieder zu einer Lehranstalt machen. Das ist sicherlich ein dicker Brocken, der da bewegt werden muss, aber der Einsatz würde sich lohnen.

Oder um mit Schiller zu sprechen: „Von der Stirne heiß Rinnen muss der Schweiß,

soll das Werk den Meister loben!

Doch der Segen kommt von oben.“


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