Bewegende Schattenspiele Schattentheatertruppe „Die Mobilés“ erstaunt Gäste

Silhouetten aus dem Wilden Westen: Landschaften, Gegenstände und Gebäude formte das achtköpfige Ensemble „Die Mobilés“ mit seinen Körpern.Foto: André HavergoSilhouetten aus dem Wilden Westen: Landschaften, Gegenstände und Gebäude formte das achtköpfige Ensemble „Die Mobilés“ mit seinen Körpern.Foto: André Havergo

Osnabrück. „Moving Shadows“ nennt sich das Schattentheater-Programm, das ein achtköpfiges Ensemble im Rosenhof auf eine Leinwand bannte.

Wohin geht die Reise? Wie eine kleine Ratestunde wirken die Bilder, die auf der Leinwand zu sehen sind: Tempeltänzer zu Sitarmusik, ein Känguru neben einem Didgeridoo-Spieler, Pyramiden mit einer Sphinx, dann ist ein erhabener Baobab-Baum zu sehen, derweil von dem Löwen gesungen wird, der im Dschungel schläft. Was da im Rosenhof geboten wird, ist allerdings kein Diavortrag, sondern ein Schattenspiel, das spannend beginnt: Acht Akrobaten huschen durch die Zuschauerreihen, werfen mit Taschenlampen Lichtkegel durch den Saal, bis sie die Bühne erreichen, vor der eine große Leinwand aufgebaut wurde. Durch einen Vorhang schlüpfen die Protagonisten hinter die Leinwand – und das Spiel beginnt. Nach einer Art Vorstellung, die an den Vorspann eines James Bond-Films erinnert, erscheint eine große Weltkugel als Projektion – das Startzeichen für eine Reise rund um den Globus.

Eiffelturm aus Menschen

„Moving Shadows“ nennt sich das Programm, das rund 250 Zuschauer im Rosenhof fasziniert verfolgen. Es handelt sich um ein Schattentheater der Bonner Artistentruppe „Die Mobilés“. Mit ihren Körpern agieren sie hinter der Leinwand: Sie tanzen, kommunizieren im Pantomimen-Modus und bilden mit ihren Körpern Bäume, Landschaften, Gegenstände und Gebäude. Das ganze wird von einem Soundtrack unterlegt, der die jeweiligen Bilder und Szenen trefflich illustriert.

Mehrere Geschichten hat sich das Team ausgedacht, um den dargestellten Momenten ein inhaltliches Gefüge zu verpassen: Die Weltreise, die den Betrachter durch alle Kontinente führt, endet in Paris. Da sieht man den Eiffelturm, das Moulin Rouge, den Arc de Triomphe und den Montmartre, man landet in der Disco und schließlich bleibt ein Pärchen übrig, das sich auf der Parkbank verliebt. Jetzt startet eine Love-Story, die das restliche Programm charakterisiert, denn im Folgenden wird der Lebenslauf eines Babys dargestellt, das aus dieser Beziehung hervorgeht.

Hexen und Dinosaurier

Äußerst abwechslungsreich arbeiten die Schattenmänner und -frauen hinter der Leinwand. Mal erzeugen sie geradezu poetische Momente, dann wiederum pulsiert das wirkliche Leben, man fährt in Rennwagen über die Piste oder arbeitet in einer Fabrik am Fließband. In den Träumen der Handelnden kippt die Atmosphäre auch mal ins Gruselige, wenn eine Hexe die Verfolgung aufnimmt oder Dinosaurier wie im Jurassic Park die Besucher verspeisen. Letztere Szene stammt aus einer Sequenz, in der das Pärchen ins Kino geht und man rätseln darf, welchen Film es gerade sieht: Da schwimmt ein weißer Hai und triff auf die Titanic, auf der noch voller Inbrunst gesungen wird, derweil im „Leben des Brian“ die Gekreuzigten fröhlich pfeifen: „Always look on the bright side of life

Dass die Mitglieder des Ensembles nicht nur in der Lage sind, eine präzise Körperchoreographie zu generieren, sondern auch Humor haben, beweisen sie mit der Szene, die den Zwischenstopp der Weltreise in Berlin darstellt. Am Boden sieht man einen Bauarbeiter mit einem Helm, derweil sich am Himmel ein Flugzeug im Anflug nähert. Der Bauarbeiter winkt das Flugzeug zurück: Hier, auf der Baustelle des BER, kann es nicht landen.

Besonderen Applaus erntet die Truppe derweil für eine riesige Elefantenfigur und für ein Automobil, das während der Fahrt zum Cabrio wird. Als Dank für begeisterten Applaus bedankt sich die Schattenspiel-Truppe zum Schluss mit einem Schriftzug aus Körpern: „Danke – Osna – brück“.


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