Insolvenzverfahren Geld für ehemalige Karmann-Beschäftigte

Von Wilfried Hinrichs

Fast genau neun Jahre nach der Karmann-Insolvenz erhalten die Gläubiger einen Teil ihres Geldes zurück. Darunter sind auch viele ehemalige Beschäftigte. Foto: Michael GründelFast genau neun Jahre nach der Karmann-Insolvenz erhalten die Gläubiger einen Teil ihres Geldes zurück. Darunter sind auch viele ehemalige Beschäftigte. Foto: Michael Gründel

pm/hin Osnabrück. Fast genau neun Jahre nach der Karmann-Insolvenz erhalten die Gläubiger einen Teil ihres Geldes zurück. Darunter sind auch viele ehemalige Beschäftigte, die noch auf Lohn warten.

Insolvenzverwalter Ottmar Hermann kündigte am Donnerstag an, kurzfristig eine weitere Abschlagszahlung von 15 Prozent auf die Insolvenzforderungen auszuschütten. Es ist das zweite Mal, das Geld aus der Insolvenzmasse verteilt wird. Im Frühjahr 2016 hatte der Insolvenzverwalter einen Abschlag von zwei Prozent auf die Forderungen gezahlt.

In den Genuss der Abschlagzahlung kommen mehr als 4500 Gläubiger. Auch viele ehemalige Mitarbeiter der Wilhelm Karmann GmbH gehören dazu, die im Insolvenzverfahren ausstehenden Lohn geltend gemacht haben. Wie hoch die jetzt auszuschüttende Summe ist, teilte der Insolvenzverwalter nicht mit.

Quote von 40 Prozent?

Insgesamt erwartet Ottmar Hermann eine Quote von 40 Prozent. Das bedeutet, dass die Gläubiger des früheren Osnabrücker Autobauers am Ende des Insolvenzverfahrens fast die Hälfte ihrer jeweiligen Forderungen erfüllt bekommen. Eine außergewöhnlich hohe Quote. Denn nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes von 2017 erhalten Gläubiger bei Firmeninsolvenzen im Schnitt nur 2,2 Prozent ihrer Forderungen zurück.

Nächste Zahlung noch in diesem Jahr?

Hermann hofft, das Verfahren „vorbehaltlich weiterer Abstimmungen mit den involvierten Beteiligten“ in diesem Jahr erheblich vorantreiben zu können. In jedem Fall werde Insolvenzverwalter Hermann versuchen, 2018 noch eine dritte Abschlagsverteilung je nach Stand des Verfahrens zu erbringen, heißt es in einer Mitteilung. „Wir stehen hoffentlich kurzfristig vor dem Abschluss dieses Verfahrens. Ich bin froh, dass die Insolvenzgläubiger eine Zahlung in erheblicher Quotenhöhe auf ihre Forderungen erwarten können,“ wird Hermann in dieser Mitteilung zitiert.

160 Millionen vom Finanzamt

Die hohe Rückzahlungsquote wird auch deshalb erreicht, weil eine Steuerrückzahlung von 160 Millionen Euro nach einem jahrelangen Rechtsstreit der Insolvenzmasse zugeschlagen wurde. Die früheren Karmann-Gesellschafter hatten Anspruch auf die 160 Millionen erhoben, aber vor dem Bundesgerichtshof verloren.

Die Wilhelm Karmann GmbH meldete am 8. April 2009 Insolvenz an, weil keine Anschlussaufträge für den Fahrzeugbau hereingeholt werden konnten. Über 1200 Mitarbeiter verloren in der Folge ihre Arbeit. Im November 2009 teilte VW mit, das Karmann-Werk in Osnabrück zu übernehmen.


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