Evangelischer Kirchenkreis Osnabrück „Reformationstag kein Tag des evangelischen Triumphalismus“

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Superintendent Joachim Jeska beim ökumenischen Gottesdienst zum Reformationsfest in der Osnabrücker Kirche St. Marien am 30. Oktober 2017. Archivfoto: Gert WestdörpSuperintendent Joachim Jeska beim ökumenischen Gottesdienst zum Reformationsfest in der Osnabrücker Kirche St. Marien am 30. Oktober 2017. Archivfoto: Gert Westdörp 

Osnabrück. Der Superintendent des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Osnabrück, Joachim Jeska, hat sich in die Diskussion um die Einführung eines zusätzlichen gesetzlichen Feiertags in Niedersachsen eingeschaltet. Der Reformationstag sei „kein Tag des evangelischen Triumphalismus“, betonte der promovierte Theologe.

„Unsere Kirche hat die Feier zum 500. Jahrestag der Reformation stets mit weltoffenen Angeboten zum ökumenischen und gesellschaftlichen Dialog verbunden, die Gemeinsamkeit der christlichen Kirchen betont und bewusst auch die kritischen Stimmen mit einbezogen“, wird Jeska in einer am Montag verbreiteten Pressemitteilung der Osnabrücker Superintendentur zitiert. Den Reformationstag als „Tag der Verehrung Martin Luthers“ zu verstehen, greife deshalb viel zu kurz.

Bischof Bode schlägt Dreikönigstag vor

Der evangelische Theologe nimmt damit Stellung zu Vorbehalten gegenüber der Eignung des Reformationstags als Feiertag, die insbesondere vonseiten der katholischen Kirche, aber auch von Vertretern der jüdischen Gemeinden geäußert worden waren. Unter anderem hat der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode vor einer vorschnellen Festlegung auf den Reformationstag gewarnt und für Niedersachsen alternativ einen „Feiertag zur Versöhnung, zum Dialog der Religionen oder dem Zusammenhalt der Gesellschaft“ ins Spiel gebracht. Auch der in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt als gesetzlicher Feiertag begangene Dreikönigstag (6. Januar) komme infrage, so der Bischof.

„Potenzial des Reformationsgedankens“

Joachim Jeska beziehe sich mit seinem Plädoyer, „das Potenzial des Reformationsgedankens“ zu bedenken, auf eine Rede des hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister anlässlich des Epiphanias-Empfangs im Kloster Loccum am vergangenen Samstag, hieß es in der Mitteilung der Superintendentur. In Loccum habe Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die besondere gesellschaftliche Rolle der Kirchen und Religionsgemeinschaften betont.

„Der Reformationstag ist kein Tag des evangelischen Triumphalismus“, betont Jeska, „sondern bietet die Chance, die Strukturen in Religion und Gesellschaft zu hinterfragen, nach möglichen Veränderungen zu suchen und die Kriterien dafür von den eigenen Wurzeln her zu entwickeln“. Auf dieser Basis könne „ein gesellschaftlicher Konsens für den Reformationstag als Feiertag in Niedersachsen denkbar sein“.


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