Feilschen am Sonntag trotz Verbot Frauenklamotten-Flohmarkt in Osnabrück nun gemeinnützig

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Dank der Gründung der gemeinnützigen GmbH „DHD hilft Kindern“ konnten Hans-Eckhard Nahrwold (hinten rechts) und sein Team am Sonntag den Second-Hand-Modemarkt für Frauen in der Halle Gartlage organisieren. Foto: Robert SchäferDank der Gründung der gemeinnützigen GmbH „DHD hilft Kindern“ konnten Hans-Eckhard Nahrwold (hinten rechts) und sein Team am Sonntag den Second-Hand-Modemarkt für Frauen in der Halle Gartlage organisieren. Foto: Robert Schäfer

Osnabrück. Gewerbliche Flohmärkte am Sonntag? Das ist in Niedersachsen eigentlich passé. Der beliebte Second-Hand-Modemarkt für Frauen in der Halle Gartlage Osnabrück konnte nun aber doch stattfinden. Dafür war extra eine gemeinnützige GmbH gegründet worden.

Flohmarkt am Sonntag? Das geht nicht mehr. Das geht doch – meint Hans-Eckhard Nahrwold. Er hatte am Sonntag zum Second-Hand-Modemarkt für Frauen in die Halle Gartlage in Osnabrück geladen. An gut 80 Ständen kauften und verkauften Frauen alles, was schick und schön ist.

Seit vielen Jahren organisiert Nahrwold Flohmärkte, Trödelmärkte und Second-Hand-Börsen. Seit einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg vom April 2017 ist jedoch klar: Gewerbliche Floh- und Trödelmärkte sind in Niedersachsen an Sonn- und Feiertagen nach geltendem Recht verboten. Folglich werden vonseiten der Stadt seit dem Jahreswechsel keine Genehmigungen mehr erteilt. Ausnahmen sind nur für gemeinnützige Veranstaltungen möglich.

Nur als Übergangslösung geplant

„Ich wollte die Märkte aber unbedingt weiterführen“, sagt Nahrwold. Das Gesetz, auf dem das Urteil beruht, werde sehr wahrscheinlich geändert, glaubt der Geschäftsmann, der seinen Firmensitz kürzlich von Hannover ins nordrhein-westfälische Barntrup (Kreis Lippe) verlegt hat. Für ihn sei es deshalb wichtig gewesen, bis dahin eine Übergangslösung zu finden. Nahrwold gründete also die gemeinnützige GmbH „DHD hilft Kindern“. Anders als seine normale Firma DHD-Märkte ist seine gGmbH als gemeinnützig anerkannt. Folglich wurde der Second-Hand-Modemarkt auch von der Stadt genehmigt.

Einnahmen werden gespendet

Eine wichtige Bedingung gibt es aber: Mit ihren Märkten darf die gGmbH keine Gewinne erzielen. „Das kann ich mir glücklicherweise erlauben“, sagt Nahrwold. Von den Einnahmen aus dem Markt werden die Ausgaben wie Miete oder Lohnkosten bezahlt, alles andere aber werde gespendet, versichert der Organisator. Es wäre auch nicht das erste Mal, dass sich Nahrwold sozial engagiert. „Gemeinsam mit Ikea haben wir schon für ,Balu und du‘ gespendet“, betont der Organisator. Auch dieses Mal könnte es wieder in diese Richtung gehen, er sei aber gern auch für andere Projekte offen. In Zukunft kann er sich weitere Flohmärkte auf dem Gelände des Möbelhauses vorstellen. Auch hier gebe es schon Ideen, die Gemeinnützigkeit weiter auszubauen.

Gute Zusammenarbeit mit der Stadt

Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei auch in diesem schwierigen Fall wieder hervorragend gewesen, lobt Nahrwold. Kritik übt er allerdings an der rechtlichen Situation. „In anderen Bundesländern ist das anders geregelt. Schon knapp hinter der Stadtgrenze in Nordrhein-Westfalen gibt es eine andere Rechtslage.“ Das sei ungerecht. Aber: „Wir müssen es nehmen, wie es jetzt Gesetz ist. Wenn wir verklagt werden, lassen wir es darauf ankommen“, meint Nahrwold.

Und wenn unseriöse Anbieter sein Konstrukt als Vorbild nutzen, um das Sonntagsverbot zu umgehen und dabei durch Tricksereien trotzdem Gewinne zu erzielen? „Als gGmbH wird man jährlich besonders genau geprüft“, erklärt Nahrwold. Da sei das Risiko, erwischt zu werden, viel zu groß.


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