Laientheater mit Spaß Lustig: Die Märchenhaften mit „39 Stufen“ im Emma-Theater

Viel Spaß brachten die „Märchenhaften“ ins Emma-Theater. Foto: Thomas OsterfeldViel Spaß brachten die „Märchenhaften“ ins Emma-Theater. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Eine vergnügliche Ensembleleistung bot die Wallenhorster Laientheatergruppe „Die Märchenhaften“, die ansonsten im Piesberger Gesellschaftshaus beheimatet ist, bei ihrem Gastspiel im ausverkauften Emma-Theater.

Dabei mutete der Stoff zunächst gar nicht komisch an. Doch mit zunehmender Spieldauer wurde sukzessive deutlich, dass der britische Schauspieler und Komödiant Patrick Barlow den von John Buchan im Jahre 1915 veröffentlichten Kriminalroman „39 Stufen“ zu einer bühnenreifen Farce umgeschrieben hat. Das hatte dann am Ende auch nicht mehr so viel zu tun mit der berühmten Verfilmung durch Alfred Hitchcock 20 Jahre später, dessen Gesamtwerk allerdings durch einige Anspielungen und Zitate im Stück gewürdigt wird. In der Version der Märchenhaften hat der Meisterregisseur wie in den meisten seiner Filme auch einen Cameo-Auftritt – in Gestalt eines Schattenrisses am Rand jenes Schattentheaters, das zwischendurch das karge Bühnenbild belebte und für Szenenapplaus sorgte.

Echte und falsche Mörder

Als Puppentheater dargestellt wurde auch der Sprung der Hauptfigur Richard Hannay von der Forth Bridge kurz hinter Edinburgh. Er ist Bestandteil seiner Flucht vor der Polizei, die ihn sucht, weil er angeblich eine Spionin umgebracht haben soll, die ihm etwas vom nebulösen internationalen Geheimbund „39 Stufen“ erzählt hat. Dem versucht er nun persönlich im fernen Schottland auf die Schliche zu kommen, wobei ihm eine geheimnisvolle Pamela in die Quere kommt. Am Ende wird der Fall dort, wo er begonnen hatte, fast aufgeklärt, wenn nicht im Londoner Theater Westend der Gedächtniskünstler Mr. Memory als „Mann, der zu viel wusste“ zu einem mörderischen Abgang gezwungen worden wäre.

Verwirrende Rollenwechsel

Ursprünglich angelegt als Vier-Personen-Stück mit vielen wechselnden Rollen, verdoppelt das Wallenhorster Amateur-Ensemble zwar die Zahl der Darsteller, hat aber selbst mit acht Personen noch ausreichend Raum für teils verwirrende Rollenwechsel. „Typisch Provinztheater!“ entsprang es Hauptdarsteller Manfred Wellmann einmal süffisant, als das Telefon nicht rechtzeitig klingelte. Das war der Inszenierung von Anja Mewes indes kaum vorzuwerfen, die mit nur wenigen Requisiten, ausgewählter Umbaupausenmusik, fein dosierten Geräusch- und Nebeleffekten und nicht wenigen gelungenen Slapstick-Einlagen für einen unterhaltsamen, fast professionellen Theaterabend sorgte.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN