Fünf künstlerische Positionen Letzter Teil der der Ausstellungsreihe „BIOS“ im Kunstraum

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Osnabrück. Kooperation zwischen 16 Künstlern aus Bielefeld und Osnabrück im Kunstraum hase29 geht in die letzte Runde.

Die Landschaften wirken nur auf dem ersten Blick wunderschön: das Wohnhaus in architektonisch reizvoller Bauweise auf einer Klippe über dem Meer, das Bürogebäude in leuchtendem Orange oder das Wochenendhaus auf windverwehter Ebene. Aber: Katastrophen drohen. Autos versinken in steigenden Fluten, Männer hegen vor dem Abgrund suizidale Absichten und vor dem Schulgebäude stehen die Schüler in Reih und Glied, als ob sie zum Schafott geführt würden. Der Osnabrücker Künstler Hendrik Spiess hat die täuschenden Idyllen als Wandobjekte gestaltet – im Modellbauformat. Miniaturhäuser, -bäume, -autos und -figuren kennt man eigentlich von Modelleisenbahnen. Spiess kaufte sie auf Flohmärkten, um sie zu apokalyptischen Visionen upzucyclen. Jetzt sind sie Bestandteil der Ausstellung „BIOS 4“, dem letzten Teil der Kooperation zwischen Bielefeldern und Osnabrücker Künstlern im Kunstraum hase29.

Vier Zeitfenster teilten sich insgesamt 16 Künstler im Osnabrücker Ausstellungsraum, derweil im Ruller Haus „Von jedem ein Stück“ gezeigt wird. Zur finalen Schau in hase29 präsentieren neben Spiess die beiden Osnabrücker Künstler Kerstin Hehmann und Jörg Kujawa sowie die Bielefelder Helene Wolf und Gabriele Undine Meyer ihre Arbeiten.

Während Hehmann ihre Fotografie-Serie aus dem Kinosaal zeigt, die im vergangenen Jahr zum Teil schon unter dem Titel „Roxy – Ein Leben in der Dunkelheit“ im BBK-Kunstquartier zu sehen war, hat Meyer ihre Fotoserie „Recall“ für das „BIOS“-Projekt mit einer Rauminstallation angereichert. Ein bizarrer Brocken aus sprödem Material, in den historische Fotografien eingearbeitet wurden, schwebt wie ein bedrohliches, unbewältigtes Relikt aus der Vergangenheit über einem Bettgestell.

Derweil findet man an der Wand weitere Fotos aus dem vergangenen Jahrhundert, die Meyer mithilfe einer Fotoemulsion auf Pergamin-Seidenpapier bannte. Das durchscheinende Papier mit Spinnweb-Struktur diente einst als Trennblatt in Fotoalben und wird hier zum Bildträger mit Auflösungseffekt.

Kujawa beteiligt sich mit großformatigen Bildern aus dem urbanen Raum an der Ausstellung, zu denen er auf Exkursionen nach New York, London oder Venedig inspiriert wurde. Daneben findet man kleinere Werke, mit denen er seine Faszination für Museumsbesucher fixiert. Printmedien nimmt derweil Helene Wolf als Ausgangspunkt für ihre Papiercollagen. Durch Neuanordnung, Hinzufügen und Überlagern gibt sie den gesammelten Bildmotiven einen neuen Sinnzusammenhang.

Der Mensch und die Welt, in der er lebt, wird durch diese fünf künstlerischen Positionen auf unterschiedlichste Art und Weise thematisiert. Für die Einführung in die Ausstellung wurde zur Eröffnung nicht, wie sonst oft üblich, ein Kunsthistoriker engagiert, sondern Bekannte aus dem Umfeld der Künstler beschreiben ihre Eindrücke und Assoziationen zu den Exponaten aus ihrer Sicht. Zur Finissage der Ausstellungsreihe am 27. Januar bieten die teilnehmenden Künstler ein umfangreiches Programm mit Arbeiten von Schülergruppen, Künstlergesprächen und Musik an.


Kunstraum hase 29 (Hasestraße 29): „BIOS“ – 16 Künstler aus Bielefeld und Osnabrück stellen aus. Letzter Block mit Arbeiten von Kerstin Hehmann, Helene Wolf, Gabriele Undine Meyer, Jörg Kujawa und Hendrik Spiess. Eröffnung heute um 19 Uhr. Bis 28. Januar.  Di., Mi., Fr. und So. 14-18 Uhr, Do. 16-20 Uhr, Sa. 11-15 Uhr. Eintritt frei. Ruller Haus: „BIOS – Von jedem ein Stück“. Gemeinschaftsausstellung von 16 BIOS-Künstlern bis 28. Januar.

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