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Arbeitsagentur analysiert 2017 Beschäftigung im Raum Osnabrück auf Rekordniveau

Von Joachim Dierks

Die Arbeitsmarktzahlen 2017 für Stadt und Landkreis Osnabrück stellte Christiane Fern, Vorsitzende der Geschäftsführung der Osnabrücker Arbeitsagentur, vor. Foto: Joachim DierksDie Arbeitsmarktzahlen 2017 für Stadt und Landkreis Osnabrück stellte Christiane Fern, Vorsitzende der Geschäftsführung der Osnabrücker Arbeitsagentur, vor. Foto: Joachim Dierks

Osnabrück. Der milde Dezember hat noch einmal einen kräftigen Beitrag dazu geleistet, dass die Arbeitslosenquote in Stadt und Landkreis Osnabrück auf einen Rekord-Tiefstand von 4,4 Prozent gesunken ist. Zum Vergleich: In Niedersachsen/Bremen beträgt sie 5,7 Prozent, in ganz Deutschland 5,3 Prozent.

„Der hiesige Arbeitsmarkt ist in exzellenter Verfassung“, resümierte die Leiterin der Agentur für Arbeit im Bezirk Osnabrück Christiane Fern die Kerndaten, zu denen auch der Höchststand an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 216.748 zur Jahresmitte 2017 gehört. Damit wurde der Vorjahreswert noch einmal um 2,7 Prozent gesteigert. Den größten Stellenzuwachs hatte die Zeitarbeitssparte zu verzeichnen. „Die Arbeitnehmerüberlassung wird ja häufig verteufelt, dem schließen wir uns jedoch nicht an“, sagte Fern. Gerade für die schwierigere Klientel, die aus der Langzeitarbeitslosigkeit komme, sei Zeitarbeit häufig ein guter Einstieg, für andere ein Sprungbrett in eine Dauerbeschäftigung.

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„Mismatch“

Die zusammengefasste Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent fällt für Stadt (7,2 Prozent) und Landkreis (3,1 Prozent) sehr unterschiedlich aus. Das sei nicht ungewöhnlich, sagte Fern. Alle größeren Städte hätten aufgrund der sozialen Schichtung und des höheren Ausländeranteils einen größeren Sockel an Langzeitarbeitslosigleit als ländliche Räume. Von den insgesamt 12.973 Arbeitslosen am Jahresende sind 38 Prozent „Kunden“ der Arbeitslosenversicherung nach SGB III und mithin der Agentur für Arbeit, während 62 Prozent Grundsicherung nach SGB II beziehen und als sogenannte Hartz-IV-Empfänger vom „Jobcenter“ in der Stadt und von der „Maßarbeit“ im Landkreis betreut werden. Besonders die Hartz-IV-Empfänger machen den Arbeitsverwaltungen als „verfestigte“ Langzeitarbeitslose Sorgen. Hier liege ein Kernproblem, das Fern als „Mismatch“ bezeichnete: Die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften steigt weiter, die Zahl der offenen Stellen ist gegenüber dem Vorjahr um 23,6 Prozent angestiegen, aber die Masse der Langzeitarbeitslosen verfügt nicht über die verlangten Qualifikationen.

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Ob man bei einer Quote von 3,1 Prozent im Landkreis von Vollbeschäftigung sprechen könne, lautete eine Frage auf der Pressekonferenz. „Nein, diesen Begriff verwenden wir nicht“, sagte Fern, „denn wir kennen ja die Struktur hinter dieser Zahl und die zeigt uns, dass es auch im Kreis Langzeitarbeitslosigkeit gibt und nicht nur den Fluktuations-Grundstock.“ Gering qualifizierte und ältere Arbeitslose seien die Gruppen, um die sich die Arbeitsvermittlung verstärkt kümmern müsse.