Ein Artikel der Redaktion

Für Autos nur eine Spur ab 2. Mai Osnabrück bekommt seinen ersten geschützten Radweg

Von Jörg Sanders | 20.04.2018, 16:06 Uhr

Anfang Mai beginnen am Osnabrücker Wall die Vorarbeiten für den ersten geschützten Radweg Niedersachsens – eine sogenannte Protected Bike Lane. Während der Bauarbeiten wird der Abschnitt zwischen Dielinger- und Katharinenstraße in Richtung Schlosswall für den motorisierten Verkehr einspurig.

Am Freitag stellten Verwaltung und Stadtwerke ihre Pläne vor. Am 2. Mai beginnen die Vorarbeiten: Es werden neue Versorgungs- und Telekommunikationsleitungen verlegt. Dafür wird die rechte Fahrspur gesperrt. Diese Arbeiten sollen Ende Juni abgeschlossen sein.

Abschnitt bleibt einspurig

Im zweiten Abschnitt wird der 250 Meter lange Straßenabschnitt zum Ende der Sommerferien Anfang August komplett umgestaltet. Die Straße erhält eine neue Decke – die Stadt nutzt die Gelegenheit zum Bau des geschützten Rad- und zur Verbreiterung des Gehwegs. Auch während dieser Zeit bleibt die rechte Spur gesperrt. Zur Erneuerung der Fahrbahndecke wird der Abschnitt in den Sommerferien drei Nächte lang komplett für den motorisierten Verkehr gesperrt.

Mehr Platz für Radler

Prestigestück bei der Umgestaltung des Abschnitts wird die Protected Bike Lane. Mit dieser komme die Stadt den gestiegenen Ansprüchen der Radfahrer nach, sagte Ulla Bauer, Radverkehrsbeauftragte der Stadt, während der Vorstellung. So biete der zweieinhalb Meter breite Radweg Überholmöglichkeiten, und auch Lastenräder und Kinderanhänger hätten ausreichend Platz. Die Kosten für Geh- und Radweg belaufen sich auf 275.000 Euro.

Zudem soll der Radweg dem Sicherheitsbedürfnis der Radfahrer Rechnung tragen. Ein 75 Zentimeter breiter Streifen trennt Radweg und Fahrspur. Der asphaltierte Radweg wird rot und erhält Piktogramme – Pfeile, die darauf hinweisen, dass Gegenverkehr nicht erlaubt ist. Insgesamt rücken Geh- und Radweg weiter in den jetzigen Straßenbereich. Das Standardmaß von 3,25 Metern bleibe erhalten, versicherte Otte. Derzeit sind die Spuren breiter.

Keine bauliche Abtrennung

„Ich habe ein Fünkchen Hoffnung auf die Einsicht der Autofahrer, dass sie den Radweg auch als solchen erkennen”“
Stadtbaurat Frank Otte

Ganz treffend ist das Wort „geschützt” beim geplanten Radweg dann aber doch nicht: Entgegen der ersten Planungen wird es keine Poller oder dergleichen geben, die den Radweg baulich von der Fahrspur trennen. „Ich habe ein Fünkchen Hoffnung auf die Einsicht der Autofahrer, dass sie den Radweg auch als solchen erkennen” und dort nicht halten oder parken, sagte Stadtbaurat Frank Otte. Sollte er mit seiner Einschätzung falsch liegen, könnten Barrieren nachträglich problemlos auf dem Sicherheitsstreifen zwischen Radweg und Fahrspur aufgeklebt werden.

Gehweg wird auch deutlich breiter

Profitieren von dem Umbau werden auch Fußgänger. Derzeit ist der Gehweg in dem Abschnitt 1,50 Meter breit, der Radweg nur 1,40 Meter. „Der Gehweg wird mit 2,50 Metern deutlich breiter”, sagte Bauer. „Eine deutliche Verbesserung für Fußgänger”, so Otte. Für Autofahrer entfallen hingegen sieben Stellplätze am Heger-Tor-Wall. Sämtliche Bäume will die Stadt jedoch erhalten – lediglich ein Baum nahe der Katharinenstraße müsse womöglich weichen.

Weitere geschützte Radwege sollen folgen

250 Meter vom mehrere Kilometer langen Wall – wie sieht die Zukunft aus? „Es ist wichtig, dass wir erst mal damit anfangen”, sagte Otte. Weitere geschützte Radwege sollen folgen. Konkrete Planungen gebe es noch nicht. Zudem seien solche breiten Geh- und Radwege nicht überall am Wall umsetzbar, sagte Bauer. Wo sie umsetzbar sein werden, würden die Fahrbahnbreiten womöglich auf das Standardmaß von 3,25 Metern Breite verringert und weitere Parkplätze müssen wegfallen, kündigte der Stadtbaurat an.