Ein Artikel der Redaktion

Für den Einsatz in der Stadt Bundesweit erstes Polizei-Elektromotorrad rollt in Osnabrück

Von Sebastian Philipp | 18.10.2018, 17:17 Uhr

In Osnabrück fährt ab sofort eines der bundesweit ersten elektrisch betriebenen Polizeimotorräder für den städtischen Einsatz. Innenminister Boris Pistorius (SPD) gab am Donnerstag den Startschuss für das neu entwickelte Fahrzeug.

Angeschafft hat die Polizeidirektion zwei Exemplare, konkret sollen sie künftig in Osnabrück und Leer zum Einsatz kommen. Die Polizei hatte die Zweiräder in den vergangenen Monaten gemeinsam mit Hersteller Zero Motorcycles und dem Unternehmen Alwin Otten aus Meppen entwickelt. Im Fokus stand dabei die Umrüstung des Motorrades auf die Bedürfnisse eines Streifenpolizisten.

Für den Osnabrücker Pistorius war der Pressetermin zur Vorstellung der E-Motorräder quasi ein Heimspiel. "Wir erleben eine Zeitenwende in der Mobilität – und E-Fahrzeuge sind die Zukunft. Ich finde es richtig, dass die Polizei als einer der größten Flottenbetreiber in Niedersachsen hier vorangeht", so der Innenminister.

E-Motorräder günstiger als ihre Vorgänger

Doch die Motorräder liefern nicht nur einen Beitrag zum Umweltschutz: Wie Pistorius betonte, sind sie sowohl in der Anschaffung, als auch im Unterhalt günstiger als ihre benzinbetriebenen Kollegen. Mit 25.000 Euro kosten sie rund 3800 Euro weniger als die bisherigen Polizeimotorräder. Zudem entfällt ein Großteil der Wartungskosten, lediglich die Bremsflüssigkeit müsse von Zeit zu Zeit gewechselt werden, so der Innenminister. "Und Strom ist günstiger als Benzin", sagte Pistorius.

Mehr Informationen:

Leistung: 60 PS (45 kw)Höchstgeschwindigkeit: 158 km/hBeschleunigung von 0 auf 100: 4,5 SekundenReichweite: rund 250 km (mit Zusatzpowertank rund 328 km)Ladezeit: 8 bis 9 Stunden (mit externem Schnellladegerät 50 Minuten)Kosten: 25.000 Euro

Rund 250 Kilometer können die Motorräder voll aufgeladen fahren – für den regulären Streifendienst in der Stadt reiche das aus, so Polizeidirektionspräsident Bernhard Witthaut. Innerhalb von acht bis neun Stunden lädt der Akku auf, mit einem Schnellladegerät reichen sogar 50 Minuten für den "Tankstopp".

Während die Grundausstattung und der Aufbau von der Firma Zero Motorcycles gestellt wurde, konzipierte die Polizei die benötigte Spezialausstattung. Diese umfasst beispielsweise die LED-Blaulichtanlage und das Signalhorn sowie ein LED-Anhaltesignalgeber vorne und hinten. Eine Besonderheit ist das verbaute Funkkonzept: Der Fahrer kann sich dank Bluetooth-Schnittstelle von seinem Motorrad entfernen, ohne dass der Funkkontakt abbricht. Erfahrungen hatte die Polizei in den vergangenen Monaten bereits mit einem geländegängigen E-Kleinmotorrad auf der Insel Borkum gemacht.

Und wie fahren sich die E-Motorräder? "Ich muss zugeben, dass ich anfangs doch eher skeptisch war", sagte Polizeioberkommissar Björn Steven Sorge, der schon einige Touren mit seinem neuen Boliden auf dem Buckel hat. Doch schon nach einer halben Stunde sei die Skepsis gewichen. "Ein großer Vorteil ist, dass das Kuppeln entfällt. Gerade bei Demonstrationen, bei denen wir in Schritttempo fahren, ist das echt komfortabel", so Sorge. Zwar sei der fehlende Geräuschpegel ungewohnt, ansonsten verhalte sich das elektrische aber wie ein herkömmliches Motorrad.

Bei den neuen E-Motorrädern soll es nach dem Willen von Witthaut nicht bleiben. Das Ziel: In den kommenden Jahren soll der Fuhrpark der Polizeidirektion, deren Zuständigkeitsbereich vom Teutoburger Wald bis auf die Ostfriesischen Inseln reicht, sukzessive mit Hybrid- und Elektrofahrzeugen ausgestattet werden. Bis jetzt stehen lediglich zehn Elektrofahrzeuge, drei Elektromotorräder und zwölf Pedelecs zur Verfügung.

TEASER-FOTO: