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Konzert der Freunde des Morgenland Festivals Konzert mit Saleem Ashkar und einem Kammerorchester aus Galiläa

Von Ralf Döring | 02.08.2019, 19:16 Uhr

Nächsten Dienstag gastiert das Galilee Chamber Orchestra in der Osnabrücker Schlossaula. Das Besondere an diesem Orchester: Es besteht zu gleichen Teilen aus israelischen und arabischen Musikerinnen und Musikern.

Es ist seit jeher die Idee des Morgenland Festivals Osnabrück, Kulturen zusammen zu bringen. So gesehen fügt sich ein Konzert der Gesellschaft der Freunde des Morgenland Festivals mit dem Galilee Chamber Orchestra nahtlos ins Festivalkonzept. Trotzdem ist dieser Klangkörper aus Galiläa ein besonderer Fall: In ihm spielen junge Profis israelischer und arabischer Herkunft.

Damit wird das Orchester zum klingenden Beweis dafür, wie erfolgreich und konstruktiv Israelis und Araber zusammenarbeiten können. Waren bei der Gründung 2012 die arabischen Musiker zu dritt, besteht das Orchester heute zu gleichen Teilen aus Israelis und Arabern.

Der Leiter und in diesem Fall auch Dirigent des Ensembles, Saleem Ashkar weiß, wie schwierig es ist, als Palästinenser in der weiten Welt der westlichen klassischen Musik Fuß zu fassen. Ihm selbst ist das gelungen: Seit Dirigent Zubin Mehta den 17-Jährigen Pianisten entdeckt hat, arbeitet er mit den großen Dirigenten der Welt zusammen, darunter Daniel Barenboim, sein zweite wichtiger Förderer. Und als Solist spielt Ashkar auf den großen Bühnen der Welt.

Was für ein erstklassiger Pianist Ashkar ist, hat er in Osnabrück schon verschiedentlich bewiesen. Beim letzten Morgenland Festival spielte er zusammen mit dem Cellisten Narek Hakhnazaryan Werke von Beethoven und Schostakowitsch, und 2016/17 begeisterte er mit einem Zyklus, in dem er sämtliche Beethoven-Klaviersonaten spielte.

Über all seinen Erfolgen hat er aber seine Anfänge nicht vergessen. Deshalb hat er das Galilee Chamber Orchestra gegründet: Als Sprungbrett für jungen Musikerinnen und Musikern in die Welt der klassischen Musik. Deshalb sind die Wurzeln der Musikern die eine Sache. Die andere ist die Qualität des Orchesters: Da scheint, glaubt man Kritikern, Ashkar ziemlich kompromisslos zu sein: Das Orchester verwirklicht nicht nur eine Utopie des Zusammenlebens unter schwierigen Umständen. Es macht auch hervorragende Musik.

Mehr Informationen:

Die Fakten:

  • Dienstag, 6. Augut, 19:30 Uhr, Schlossaula. Programm:
  • Joseph Haydn: Ovuertüre zu "L'isola disabiatata"
  • Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier Nr. 2 B-Dur op. 19
  • Wisam Gibran: "Overcoming" (Uraufführung
  • Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21

Dirigent und Solist: Saleem Ashkar.

Tickets zu 18/14 Euro im Vorverkauf: Tourist Information, Bierstraße 22, Tel. 0541/323 2202, Lagerhalle Osnabrück, www.lagerhalle-osnabrueck.de und zu 22/17 Euro an der Abendkasse