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Region Osnabrück Überlebenskampf im Haifischbecken Fleischerbranche

Meinung – Sandra Dorn | 30.06.2019, 15:02 Uhr

Wer in der Fleischbranche seinen eigenen Weg gehen will, hat es schwer. Das ist es, was im Fall der kleinen Osnabrücker Fleischerei Witte deutlich wird.

Andreas Wittes Idealvorstellung ist die, dass kleine Metzgereien ihr Fleisch von kleinen Bauernhöfen beziehen, wo sie wissen, wie es den Schweinen geht. In der Praxis ist das aber nur schwer umsetzbar – es sei denn die Fleischer schlachten selbst. Das wiederum ist in der Stadt Osnabrück nicht erlaubt und selbst im Landkreis für die meisten Betriebe nicht machbar, weil die Auflagen immens hoch sind.

Die Erzeugergemeinschaft Osnabrück (EGO) hat in der Region dadurch eine Monopolstellung, aus der kleine Betriebe kaum ausscheren können. Und wenn es doch einer tut, läuft er Gefahr, angefeindet und aus dem Netzwerk ausgeschlossen zu werden.

Das alles wäre anders, wenn mehr Verbraucher bereit wären, für Qualität und bessere Haltungsbedingungen mehr Geld auszugeben. Sollte Witte mit seinem Weg bei den Kunden Erfolg haben, ließe dies hoffen – für mehr Tierwohl, Transparenz und ein besseres Gewissen beim Fleischverzehr.

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