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Klimawandel veranschaulicht „Umweltkinder“ eröffnen Ausstellung in der Elisabethschule

Von Matthias Liedtke | 10.06.2019, 17:18 Uhr

"Unsere Erde hat Fieber" heißt eine Ausstellung, mit der die Umwelt-AG der Osnabrücker Grundschule Elisabethschule auf Ursachen und Folgen des Klimawandels aufmerksam machen möchte. Im Zentrum steht ein von den "Umweltkindern" selbstgebautes "Modell von der Erde".

Es gibt etwas Neues vor dem Musikraum der Elisabethschule: Dort, wo in der Adventszeit ein Tannenbaum steht, sieht man nun dauerhaft eine Art Käseglocke, unter der eine Miniaturlandschaft aufgebaut ist – mit Häusern und einer Straße, über der ein Flugzeug schwebt und auf der Menschen von einem Polizeiauto geschützt demonstrieren. Es handelt sich um ein „Modell von der Erde“, das Schüler der hauseigenen Umwelt-AG gebaut haben, um den Klimawandel zu veranschaulichen – auch zur Nutzung im Unterricht. Gleichzeitig ist es Bestandteil einer Ausstellung zum Thema, die entlang des Schulflures auch Infotafeln, Plakate, Fotos und Statements der jungen „Eli-Umweltschützer“ zeigt und einen Büchertisch zum Thema bereithält. Sogar einen kleinen Film, im dem die globalen Ursachen und Folgen des Klimawandels kindgerecht erklärt werden, haben die Schüler gedreht.

Klimaschutz statt Urlaub

Den Eindruck, dass sie wissen, wovon sie reden, erweckten die „Umweltkinder“ auch bei der offiziellen Ausstellungseröffnung auf dem Schulhof. Mit für Grundschüler erstaunlichem Fachvokabular über chemische Verbindungen und Reaktionen lasen sie Texte über Erderwärmung und Treibhausgase ab, anhand derer sie ihre Lehrer und Mitschüler darüber belehrten, was es mit dem Klimawandel auf sich hat. So abstrakt das klang, so konkret waren die unterschiedlichen Schlussfolgerungen, die von den Schülern daraus gezogen wurden. Angesichts dessen, dass sie Erde als „Gottes Schöpfung“ nun „Fieber“ habe und wir keinen „Ersatzplaneten“ hätten, sei es wichtiger, schnell etwas gegen den Klimawandel zu tun als „in den Urlaub zu fliegen oder immerzu Neues zu kaufen“, mahnte etwa der zehnjährige Manasseh. „Plastik vermeiden“ und verhindern, dass Bäume gefällt werden, wollen nicht nur die beiden Zweitklässler Silas und Ela.

Bewerbung als Umweltschule

Ab der zweiten Jahrgangstufe leistet sich die Elisabethschule pro Klasse zwei „Umweltsprecher“, die kontinuierlich an den Aktionen der Umwelt-AG mitarbeiten, die sich auch bereits für „abfallfreies Frühstück“ und „abfallfreie Geburtstagsgeschenke“ stark gemacht hat. Geleitet wird sie von Grundschullehrerin Ulrike Winkler und fachlich begleitet und betreut von Henrik Peitsch vom städtischen „Klimalab“. Hintergrund ist neben der frühzeitigen Sensibilisierung für Umweltprobleme auch eine Bewerbung der Elisabethschule um den Titel „Umweltschule in Europa“. Passend zur aktuellen Thematik wurde auch ein schulinterner „Ideenwettbewerb gegen den Klimawandel“ ausgerufen, bei dem die Verfasser der besten Klimatipps eine Fahrt mit der Umwelt-AG zum Klimahaus nach Bremerhaven gewinnen können. Die Ausstellungseröffnung endete mit einem Aufruf an alle potenziellen jungen Klimaaktivisten, am Freitag nach der Schule an der Demonstration „Fridays For Future“ teilzunehmen. Dafür könne man sich beim jeweiligen Klassenlehrer anmelden.