Ein Artikel der Redaktion

Eifer und Unbeschwertheit Junge Musiker bereichern das Osnabrücker Symphonieorchester

Von Tom Bullmann | 09.05.2019, 20:02 Uhr

Zum zweiten Mal bietet das Theater Nachwuchsmusikern im Rahmen einer Orchesterakademie die Möglichkeit, zusammen mit den Orchesterprofis Erfahrungen zu sammeln.

Eigentlich sollten im Orchesterproberaum des Theaters Töne von Anotnín Dvořáks 9. Sinfonie zu hören sein. Doch die Musiker sind schon dabei, ihre Instrumente einzupacken. „Die Probe habe ich früher als geplant beenden können, weil alles super funktioniert hat“, erklärt Dirigent An-Hoon Song mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen. Zufrieden, obwohl es keine „normale“ Orchesterprobe war, die er gerade absolviert hat. Denn neben 50 regulären Mitgliedern der Osnabrücker Sinfoniker beteiligten sich 16 junge Musiker im Rahmen der Orchesterakademie 2019 an der Probe.

Vor zwei Jahren war die Akademie erstmals veranstaltet worden. Generalmusikdirektor Andreas Hotz wollte talentierten Nachwuchsmusikern die Chance geben, in den professionellen Orchesterbetrieb reinzuriechen. Außerdem hatte er durch den temporären Zuwachs die Möglichkeit, Anton Bruckners vierter Sinfonie adäquat Fülle und Druck zu verleihen. Weil das Experiment für alle Beteiligten zum Erfolg geriet, wurde die Orchesterakademie mithilfe von Fördermitteln der Felicitas und Werner Egerland-Stiftung in diesem Jahr wieder realisiert. Aus zahlreichen Bewerbern zwischen 15 und 25 Jahren, nicht nur aus der Region Osnabrück, sondern auch aus Detmold, Hameln oder gar Bremen, wurden nach Probevorspielen 16 Akademisten ausgewählt.

Lea Wittkopf gehört zu den Auserwählten. Die 22-jährige Trompeterin hatte bereits an der ersten Akademie teilgenommen. „Das war ein prägendes Erlebnis“, sagt die junge Frau, die dadurch motiviert wurde, Profimusikerin zu werden. Heute studiert sie am Institut für Musik an der Hochschule Osnabrück. Ähnliche Erfahrungen machte auch Marie Potthoff. „Mit meinem größeren Bruder Ferdinand habe ich ebenfalls an der ersten Orchesterakademie teilgenommen. Er studiert jetzt in Köln Musik“, sagt die Schülerin, die bereits Erfahrungen im Schulorchester und der Big Band der Ursulaschule sowie mit dem Jugendsinfonieorchester der Kreismusikschule sammelte.

„Es ist klasse, wenn man mit Profimusikern spielt. Man kann sich mehr auf Details beim Spiel konzentrieren, weil der Gesamtklang auf Anhieb viel perfekter ist, als wenn man mit Schülern probt“, sagt Lea. Auch für die Arbeit der Orchestermusiker scheint die junge Verstärkung effektiv zu sein. „Ich beobachte, dass die Mitglieder des Orchesters pädagogische Fähigkeiten zeigen, von denen man vorher gar nichts wusste“, erklärt Dorit Schleissing, die Leiterin des Musikbüros. Regelrecht begeistert zeigt sich auch Sascha Hermann. Der Hornist ist einer von acht „Coaches“, die in Instrumentengruppen intensiv mit den Akademisten geprobt haben. „Mit ihrem Eifer und ihrer Unbeschwertheit sorgen sie für eine positive Atmosphäre und bezaubern uns alle", meint er.

13. Mai und 2. Juni, 7. Sinfoniekonzert, Osnabrückhalle, 20:00 Uhr

"ALTE WELT - NEUE WELT"

Aaron Copland, APPALACHIAN SPRING

Richard Dünser, Violinkonzert (Deutsche Erstaufführung)

Antonín Dvořák, Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95, AUS DER NEUEN WELT