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Entsorgung muss warten Eichhörnchenfamilie richtet sich in Osnabrück in ausgedientem Weihnachtsbaum ein

Von Jörg Sanders | 28.02.2019, 12:27 Uhr

Reinhold Rethschulte hat als von der Stadt Osnabrück bestätigte Jagdaufseher schon viel in seinem Leben gesehen. Am Montag wurde er zu einem ganz besonderen Rettungseinsatz gerufen.

„Kein Fall ist wie der andere, und es gibt Dinge die es eigentlich nicht gibt“, teilte Rethschulte mit. Die Feuerwehr hatte ihn um seine Hilfe gebeten, nachdem wiederum eine Familie sie alarmiert hatte. Auf ihrem Balkon lagert sie einen ausgedienten Weihnachtsbaum. Als sie ihn für die Entsorgung kleinschneiden wollten, kam der Schreck: Ein Eichhörnchen sprang aus dem Baum und hüpfte davon, dennoch hörte die Familie ein Rascheln und rief sicherheitshalber die Feuerwehr an.

Diese schickte also Rethschulte zu der Wohnung der Familie. Am Abend traf er dort ein, konnte mit seiner Taschenlampe aber nicht mehr viel erkennen. Am nächsten Tag nahm er den etwa 1,30 Meter großen Baum genauer unter die Lupe – und entdeckte dicht am Stamm einen kunstvoll gebauten Kobel, gepolstert mit Gras, Moos und Ästen ausstaffiert, von außen geschützt mit dornigen Zweigen.

Rethschulte fand in dem Nest drei wenige Tage alte Jungtiere. Sie sind offenbar gesund.

Die Familie muss nun jedenfalls mit der Entsorgung ihres Weihnachtsbaumes noch einige Wochen warten. Rethschulte zufolge dauere es noch ein paar Wochen, bis die Mutter ihre Jungetiere in ein anderes Nest trage.