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Die „letzten Lieder“ wirken nach Publikum spendet fünfstellige Summe für das Osnabrücker Hospiz

Von Matthias Liedtke | 18.05.2019, 14:24 Uhr

Eine fünfstellige Summe, die das Publikum beim "Letzte-Lieder"-Konzert in der Heilig-Kreuz-Kirche gespendet hat, kommt der Trauerarbeit und Musikprojekten des Osnabrücker Hospiz zugute.

Das einmalige, große Konzertprojekt Letzte Lieder, das am 7. April in der Schinkelaner Heilig-Kreuz-Kirche stattgefunden hat, wirkt nach. Immer noch und immer wieder werden die Verantwortlichen aus der Gemeinde und des Osnabrücker Hospiz, die den denkwürdigen Abend gemeinsam mit Projektleiter Stefan Weiler und den verschiedenen Künstlern nach eineinhalb Jahren Vorbereitung auf die Beine gestellt haben, darauf angesprochen. „Ich habe gelacht, ich war still, ich habe laut geklatscht und gejubelt und am Ende getanzt“, heißt es in dem Brief einer Zuschauerin, der durchaus als repräsentativ gelten darf. Keinen einzigen Besucher, der nicht nachhaltig beeindruckt und berührt gewesen wäre, habe er seitdem gesprochen, sagt auch Pfarrer Heiner Langewand.

Für Musikprojekte und Trauerarbeit

Die überwältigende Resonanz auf den Letzte Lieder-Abend spiegelt sich auch in der Summe wider, die über die Türkollekte zugunsten des Osnabrücker Hospiz eingenommen worden ist. Mit genau 10.389 Euro ist er am Ende fünfstellig geworden. Das Geld fließt passend zur Thematik des Abends zum einen in die Trauerarbeit und zum anderen in unterschiedliche Musikprojekte des Hospiz, verrät Ursula Frühauf, die dort die Psychosoziale Leitung innehat. Auch sie berichtet anlässlich des Projektabschlusses und der Spendenübergabe am Ort des Geschehens über die anhaltende Resonanz, die das Ereignis unter Kollegen und Bewohnern erzeugt hat.

Ungewöhnliche Klänge

Gesprächsthema nicht nur dort sind neben den bewegenden Geschichten von Sterbenden, die in der mit mehr als 800 Gästen voll besetzten Kirche vorgetragen wurden, auch die unterschiedlichen Klänge, die zu hören waren. Selbst auf der Straße seien Menschen verblüfft stehen geblieben, als sie aus dem Gotteshaus Rockmusik, ein wildes Schlagzeugsolo oder türkische Töne vernahmen, erinnert sich Langewand. Eine "kirchenferne" Zuschauerin habe ihm berichtet, dass sie wohl nun ihr Verhältnis und ihre Einschätzung zur katholischen Kirche revidieren müsse, sagt Kirchenvorstand Bernhard Bruns.

Emotionaler Nachhall

Nicht nur Küster Michael Günther wird wohl noch lange an dieses ambitionierte Projekt zurückdenken, in das viele Menschen ehrenamtlich viel Zeit, Herzblut und Aufwand gesteckt haben. Der finanzielle Ertrag für das Hospiz belohnt diese Arbeit. Noch viel wichtiger aber ist der mit keinem Geld der Welt zu ermessende emotionale Nachhall, den dieses gerade im Angesicht des sicheren Todes lebensbejahende Konzerterlebnis bei vielen Menschen hinterlassen hat.