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Noch drei Aufführungen im Figurentheater Laura Oppenhäusers Furcht vor Häuslichkeit

Von Claudia Sarrazin | 03.09.2019, 20:29 Uhr

Der Frage, wie sie leben will, geht die Figurenspielerin Laura Oppenhäuser noch drei Mal in der Aufführung von „Trachten nach Osnabrück - eine regionale Begegenung“ im Firgurentheater in Osnabrück nach. Dabei bespielt die Stuttgarterin das ganze Haus mit Leihgaben und Geschenken von Osnabrückern.

Sonntagabend stand im Figurentheater Osnabrück die Premiere von "Trachten nach Osnabrück - eine regionale Begegnung" auf dem Spielplan. Den Vorläufer dieser Performance sah Theaterleiter Florian Rzepkowski in Stuttgart und wollte sie unbedingt nach Osnabrück holen: "Denn ich möchte die Leute gerne für neue Spielformen begeistern." Die Performerin wiederum verlegte das Stück nicht einfach nur nach Osnabrück, sondern lieh sich ihre Requisiten teilweise von Osnabrückern.

Furcht vor Häuslichkeit

"Wie will ich leben", fragte Oppenhäuser sich und ihre Zuschauer. Es folgten die Frage nach dem "wo", und die Erkenntnis, dass der Weltraum auch nur 100 Kilometer entfernt sei - und genauso fremd wie unbekannte Orte auf der Erde in 100 Kilometern Entfernung. Dies war der Startschuss für Oppenhäusers Reise durch verschiedene Lebenswelten. Denn während ihr Umfeld zunehmend beim Rotwein die Beine hochlegt, geht die Figurenspielerin in ihrem Stück der eigenen Furcht vor Häuslichkeit auf den Grund. Dabei nimmt sie mit geliehenen Haushaltsgeräten - die sie wirklich nicht besitzen will - beschauliche und weniger beschauliche Szenarien zwischen Großstadtpuls und verklärtem Landidyll aufs Korn.

Begegnungen konservieren

Zunächst startet Oppenhäuser ins Weltall und landet anschließend auf dem Dach der alten Fuhrhalterei. Um ihr folgen zu können, mussten die Zuschauer "raus vor die Tür, um die Ecke und um den großen Baum" gehen. Der Frage, was die Stadt zum Dorf macht, ging die Figurenspielerin anschließend in einer Garage nach. Dort hatte sie ihre Begegnungen mit den Osnabrückern konserviert: "Ich habe sie eingekocht", erklärte Oppenhäuser grinsend und zeigte auf "eingeweckte Handys". Zudem hatte sie ein paar Handynummern aufgeschrieben und forderte ihre Zuschauer auf, diese anzurufen. Die ersten trauten sich und stellten den Anruf auf Lautsprecher: Zu hören waren, die Geschichten, die Oppenhäuser beim Abholen ihrer Requisiten erlebt hatte.

Neue Welten entdecken

Eine Frau, die etwas abgegeben hatte, war Frauke Wulff. Sie war Sonntag im Publikum und entdeckte ihr altes grünes Bügeleisen in einer Szene wieder, in der Oppenhäuser die Enge einer Reihenhaus-Nachbarschaft verspottete.

Auch Wulffs alter Toaster kam zum Einsatz - als Energietransporter. Gemeinsam mit den anderen Zuschauern kam Wulff während der Performance in verschiedene Räume des Theaters, die sonst nicht für das Publikum zugänglich sind. Sie erlebte eine neue Welt.

Stadt mit Dorfcharakter

Ähnlich war es Oppenhäuser in Osnabrück ergangen. So berichtete die Wahl-Stuttgarterin, dass es für sie tatsächlich im ersten Moment verstörend gewesen sei, als die Verkäuferin hinter der Käsetheke mit ihr ein Gespräch angefangen habe. Gleichzeitig war es das, was die Wahl-Stuttgarterin aus Osnabrück mitnahm: "Die Menschen sind hier recht offen, dadurch fühlt man sich schnell angekommen."

Schnell Karten sichern

Die Vorstellung am Freitag, 6. September, um 20 Uhr, ist bereits ausverkauft. Aber für die Vorstellungen am Samstag, 7. September, um 20 Uhr sowie die am Sonntag, 8. September, um 18 Uhr gibt es noch Karten. Informationen und Karten in der Touristinformation oder auf www.figurentheater-osnabrueck.de.

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