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Spende der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte 10.000 Euro für Sprachförderprojekt im Osnabrücker Zoo

Von Dietmar Kröger | 29.08.2019, 22:19 Uhr

Deutschlernen mit Tieren? Das macht Sinn sagen Zoopädagogen und Schulleiter. Entsprechend gut besucht ist das Sprachförderprojekt im Zoo, dass seit seinem Start vor zehn Jahren 1.400 Schüler aus acht Schule jährlich besucht haben. Zum Jubiläum gab es jetzt 10.000 Euro von der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte.

Es ist mehr als warm an diesem Sommertag im neuen Klassenzimmer des Projekts im Schimpansenhaus. Die Klassen 4a und b der Franz-Hecker-Schule hören dennoch aufmerksam zu, was ihnen Zoopädagogin Renate Unland über die Tiere im Zoo, ihre Fressgewohnheiten, ihre Herkunftsländer und noch vieles mehr zu erzählen hat. Eine Aufgabe ist zum Beispiel, die natürlichen Lebensräume von Löwe, Seehund und Koalabär auf einem kleinen Globus zu lokalisieren. Alle Finger schnellen immer wieder nach oben, wenn Unland ihre Fragen stellt.

Acht Projektschulen, die auf insgesamt 9.000 Zoobesuche kommen, sind bislang dem Projekt "Deutschlernen im Zoo" angeschlossen. Die Franz-Hecker-Schule ist eine von ihnen. Schulleiterin Heike Spoo-Keßling: „Wir haben ganze Zoobücher angelegt mit Geschichten und Steckbriefen über die Tiere, Poster und Collagen gebastelt, die Kinder haben Referate gehalten oder Diktate geschrieben und Lückentexte gefüllt. Die Tiere begeistern die Kinder einfach und sie sind ein unglaublich toller Motivator." Auch ganz stille und in sich gekehrte Kinder würden aus sich heraus kommen und das Erlebte sowie das neue Wissen gerne präsentieren.

Insgesamt 65.000 Euro Fördersumme

Genau das ist es, was die Stiftung mit ihrer Unterstützung erreichen will. Die Stiftung sei von Anfang an davon überzeugt gewesen, dass die Tiere den Kindern besonders gut helfen können, die Deutsche Sprache zu lernen und auch zu verbessern, sagt Vorstandsmitglied Andrea Braun von Reinersdorff. Mehr als 65.000 Euro sind in den vergangenen zehn Jahren von der Stiftung in das Projekt geflossen. Michael Wendt lobte vor allem die Nachhaltigkeit des Projekts, die durch das kontinuierliche Engagement der Stiftung gefördert werde. Der neue Schatzmeister der Zoogesellschaft wies darauf hin, dass der Zoo sich überwiegend selbst finanziere. "Wir benötigen die Unterstützung für den Betrieb und die Weiterentwicklung des Zoos, aber auch für diese besonderen Bildungsprojekte neben unserer regulären Zooschule.“

Aktuell nehmen acht Schulen aus Osnabrück und dem Landkreis an dem Projekt teil. In den zehn Jahren hat der Zoo viele Kinder in ihrer Grundschulzeit von Klasse eins bis vier begleitet und dabei sind unzählige besondere Arbeiten durch und über die Zootiere entstanden, denn die Besuche werden in den Schulen in den Unterricht eingebunden. Dabei scheint das Gelernte durchaus in den Kinderköpfen festgesetzt zu haben. „Wir erkennen frühere Schüler von ‚Deutschlernen im Zoo‘ bei Zooführungen sofort, denn sie wissen fast alles über unsere Zootiere und kennen auch alle richtigen Begriffe. Das zeigt, wie nachhaltig das erlebte Lernen mit allen Sinnen funktioniert", sagt Birgit Strunk. Manchmal könne man auch bei Rundgängen feststellen, das Kinder ihren Eltern etwas über die Tiere erklärten. "Viele dieser Kinder waren auch in unserem Projekt", schmunzelt die Zoopädagogin.