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Kommentar Osnabrücker Schullandschaft braucht keinen Bürgerentscheid

Meinung – Dietmar Kröger | 29.08.2019, 17:32 Uhr

Nach dem Bürgerentscheid zum bezahlbaren Wohnraum nun noch einer zur Entwicklung der Osnabrücker Schullandschaft? Das wäre wohl mit Kanonen auf Spatzen geschossen.

Der Stadtelternrat ist ein wichtiges und sehr ernst zu nehmendes Organ in dieser Stadt. Und wenn sich in diesem Gremium Unmut breit macht, sind Politik und Verwaltung gut beraten auf diese Stimmen zu hören. Immerhin repräsentieren sie einen großen Teil der Bürger, nämlich all jener, die Kinder in einer der Osnabrücker Schulen haben.

Die Skepsis gegenüber der Umwandlung aller Realschulen zu Oberschulen ist nachvollziehbar. Wobei man auch hier sicherlich sachliche Gründe und reine Besitzstandswahrung vorsichtig voneinander trennen muss. Ein Problem aber bleibt: Wer für die Schüler deprimierende Abschulungen in Zeiten eines völlig freien Elternwillens vermeiden will, muss handeln. Die Einrichtung von Oberschulen schafft hier eine Alternative.

Zünden allerdings kann die Idee nur, wenn die Schulen auch ihrem Auftrag gemäß ausgestattet werden. Das ist nicht mehr Sache der Stadt sondern des Landes. Der Adressat für die Forderung nach einer besseren Schullandschaft sitzt in Hannover. Wie wäre es mit einem Bürgerentscheid, der das Kultusministerium in die Pflicht nimmt?