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Neue Bauvorschriften Balanceakt zwischen Umweltschutz und Wohnraummangel in Osnabrück

Meinung – Sandra Dorn | 27.08.2019, 17:57 Uhr

Die Stadt steckt in einem Dilemma: Einerseits braucht Osnabrück dringend neue Wohnungen – andererseits wird es immer stickiger im Stadtgebiet. Und jedes neue Haus lässt Grün verschwinden.

Wenn erst die letzten noch verfügbaren Freiflächen bebaut sind, ist es zu spät. Die zusätzlichen Regelungen zur Berücksichtigung ökologischer Belange in der Bauleitplanung sind daher grundsätzlich zwar der richtige Schritt. Doch wenn die Stadt künftig von Bauherren – und das sind auch Familien – verlangt, dass sie ihre Dächer begrünen, bedeutet das für die Betroffenen erst einmal höhere Kosten. Familien müssen sie selbst schultern, und Investoren geben sie an die künftigen Mieter weiter.

Schon jetzt klagt jeder, der ein Haus baut, über die hohe Zahl der Bauvorschriften, die das Bauen verteuern und verlangsamen. Bis sämtliche Dokumente geprüft und der Bauantrag endlich genehmigt ist, vergeht viel Zeit – Zeit, die Osnabrück eigentlich nicht hat, da der Bedarf an Wohnungen aktuell so hoch ist.

Es ist daher kein gutes Signal, wenn die Stadt die zusätzlichen Belastungen zugunsten der Umwelt an die Bauherren weitergibt, ohne an anderer Stelle Enlastung zu schaffen. Das erstickt das nötige Verständnis für Umwelt und Stadtklima im Keim.