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Der Name ist nicht Programm Slampoet Nektarios Vlachopoulos am Mittwoch bei „Kultur im Innenhof“

Von Matthias Liedtke | 12.08.2019, 01:53 Uhr

Zum zweiten Mal wird Slam-Poet Nektarios Vlachopoulos am Mittwochabend mit seinem seit drei Jahren fortlaufenden Solo-Programm "Niemand weiß, wie man mich schreibt" bei "Kultur im Innenhof" am Haus der Jugend auftreten. Ein unbeschriebenes Blatt ist der Humorist mit griechischen Wurzeln längst nicht mehr.

Flache Witze sind nicht die Sache von Nektarios Vlachopoulos. Deswegen sollte sich man auch billige Assoziationen mit seinem Namen ersparen. Aber aufhorchen lässt er allemal. Und immerhin hat er so viel Potenzial, dass der im badischen Kraichgau bei Karlsruhe aufgewachsene Humorist sein erstes abendfüllendes Soloprogramm, mit dem er seit drei Jahren unterwegs ist, mit „Niemand weiß, wie man mich schreibt“ betitelt.

Dabei ist Vlachopoulos längst kein unbeschriebenes Blatt mehr in der Kabarettszene. Ganze 13 Titel hat er bislang einheimsen können, vom Gewinn der deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaft in der Solo-Kategorie vor acht Jahren in Hamburg über Siege bei verschiedenen Landesmeisterschaften, der Kabarett-Bundesliga und regionalen Kabarett- und Kleinkunstwettbewerben bis hin zur Verleihung des Deutschen Kabarett-Förderpreises im vergangenen Jahr.

Vom Klassenzimmer auf die Bühne

Er selbst bezeichnet sich als Slam-Poet, weil er vom Poetry-Slam kommt und sich weder in die Kabarett- noch in die Comedy-Schublade stecken mag. Er versuche einfach nur, lustig zu sein, definiert der 33-Jährige seinen Anspruch an sich selbst. Als Sohn griechischer Eltern studierte Vlachopoulos in Heidelberg Germanistik und Anglistik auf Lehramt. Deshalb charakterisiert er sich auch gern augenzwinkernd als „Ex-Deutschlehrer mit griechischem Integrationshintergrund“. Seine humorigen, absurden und mitunter skurrilen Texte basieren auf präzisen Alltagsbeobachtungen ohne irgendwelche Scheuklappen. Sein Vortragsstil ist so pfeilschnell und dennoch auf den Punkt, dass Vlachopoulos auch oft und gern als „Artikulations-Akrobat“ bezeichnet wird. Mittlerweile lebt er in Heilbronn, wo er der Mitbegründer des dortigen Poetry-Slams im Café Wilhelm ist.

Bereits vor zwei Jahren ist Vlachopoulos schon einmal bei der „Kultur im Innenhof“-Reihe am Haus der Jugend aufgetreten. Der Name seines Programms hat sich seitdem ebenso wenig verändert wie sein eigener voller möglicher Fehlerquellen, der aber eben nicht das Programm ist. Man darf gespannt sein, wie und mit welchen Themen er es diesmal ausbuchstabieren wird.