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Ziel laut Landrat erreicht Gedenkstätte verzeichnet Rekord an jungen Besuchern

Von PM. | 18.01.2017, 18:33 Uhr

Einen Rekordbesuch von Schüler- und Jugendgruppen verzeichnet die Gedenkstätte in 369 Gruppen kamen im vergangenen Jahr ins nördliche Emsland, um sich kritisch mit dem Nationalsozialismus auseinanderzusetzen.

Die Gesamtbesucherzahl bleibt laut Mitteilung der Gedenkstätte stabil. Insgesamt 24.639 Besucher kamen 2016 nach Esterwegen, was der Vorjahreszahl entspricht.

Über die gute Zahl der jungen Besucher freut sich Landrat Reinhard Winter: „Damit haben so viele Schulklassen und außerschulische Jugendgruppen wie in keinem Jahr zuvor seit der Eröffnung der Gedenkstätte die Ausstellung besucht. Unser vorrangigstes Ziel, insbesondere junge Menschen für einen Besuch in der Gedenkstätte zu gewinnen, ist damit erreicht worden. Nur auf diesem Weg können sich Jugendliche Lehren aus der Vergangenheit Deutschlands ziehen“, sagt Winter.

38 emsländische Schulen kamen mit insgesamt 130 Klassen in die Gedenkstätte. Im statistischen Mittel nahm dabei die Führung jeder Besuchergruppe 2,7 Stunden ein. „Das spricht für eine hohe Intensität des Besuches“, erläutert Dr. Andrea Kaltofen, Geschäftsführerin der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen.

Insgesamt waren 106 Schulen aus den niedersächsischen Landkreisen Emsland, Leer, Aurich, Vechta, Cloppenburg, Osnabrück, Diepholz, Grafschaft Bentheim, Ammerland Oldenburg, Osterholz, Friesland, Wesermarsch und Braunschweig sowie der kreisfreien Stadt Emden in der Gedenkstätte zu Gast.

Darüber hinaus suchten auch Schulklassen aus Bremen, den nordrhein-westfälischen Kreisen Warendorf, Hamm, Steinfurt und Borken sowie aus den Niederlanden die Gedenkstätte Esterwegen auf.Grafik zur Besucherentwicklung der Schulgruppen/außerschulische Jugendgruppen in der KZ Gedenkstätte Esterwegen

Nicht zuletzt Veranstaltungen und Sonderausstellungen, die das Angebot der Dauerausstellung in der Gedenkstätte ergänzen, hätten zu den guten Besucherzahlen und dem deutlichen Anstieg bei den Schüler- und Jugendgruppen geführt, sagt Winter.

So konnte bereits am vergangenen Sonntag die erste Sonderausstellung 2017 eröffnet werden. Sie befasst sich mit den polnischen „Displaced Persons“ in Deutschland 1945 bis 1955, also auch im Emsland und den Emslandlagern. Dabei spielt auch die Stadt Haren eine Rolle, die bis 1948 die polnische Stadt Maczkow war. Die Wanderausstellung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe Industriemuseum/Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur Bochum wird bis zum 23. April zu sehen sein.

Zum Internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, der an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz am 27. Januar 1945 erinnert, wird Holocaust-Überlebende Erna de Vries aus Lathen einmal mehr als Zeitzeugin in der Gedenkstätte sprechen. Am Sonntag, 29. Januar, wird sie ab 15 Uhr von ihrem Schicksal berichten.

Die nächste Sonderausstellung mit dem Titel „Von der Sachsenburg nach Sachsenhausen“ wird dann am 30. April um 15 Uhr eröffnet. In ihr wird das 1936 entstandene Fotoalbum des Lagerkommandanten der Konzentrationslager Esterwegen und Sachsenhausen, Karl Otto Koch, thematisiert. Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entstanden.