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Klimaschutzprojekt vorgestellt Wo es an der Oberschule Esterwegen zu warm oder zu kalt ist

Von Luisa Reitemeyer | 27.06.2019, 13:19 Uhr

Das Schul-Energie-Team der Oberschule Esterwegen hat während der Heizperiode von Oktober 2018 bis April 2019 Langzeit-Temperaturmessungen in allen Unterrichtsräumen durchgeführt. Im Rathaus in Esterwegen stellten die Schüler nun die Ergebnisse des Klimaschutzprojektes Vertretern der Gemeinde vor.

Die Zehntklässler Sinem Kaya, Jannis Pohlabeln, Pawel Domagalski und Sebastian Böhmer haben jeweils für drei bis vier Tage in den Klassenzimmern ein Messgerät angebracht, das im Fünf-Minuten-Takt die Temperaturwerte ermittelte und für die spätere Auswertung speicherte.

Nach Angaben der Schüler ergab sich durch die Analyse einer später aus den Daten erstellten Temperaturkurve, dass die Heizungsanlagen grundsätzlich angemessen eingestellt seien. Während der Unterrichtszeiten lägen die Werte knapp um die 20 Grad. Sowohl die energiesparende Absenkung in der Nacht als auch die Reduzierung der Temperatur an den Wochenenden und in den Ferien funktioniere einwandfrei.

Optimierung der Heizungsanlage

In einigen Räumen mit nördlicher Ausrichtung sei es jedoch oftmals zu kalt, während mehrere Zimmer auf der Südseite des Schulgebäudes teilweise zu warm werden. Dies hänge unter anderem mit der Sonneneinstrahlung zusammen. Über eine Optimierung der Einstellungen der Heizungsanlage müsse gesprochen werden, so das Team.

Neben den vier Schülern des Jahrgangs 10 gehören auch der didaktische Leiter Wilfried Herzich, Hausmeister Theo Thomes, Schulassistent Udo Bruns sowie die Lehrer Rainer Nienaber und Hubert Middendorf zum Schul-Energie-Team.

Aktivitäten und Maßnahmen der Bürger im Bereich Klimaschutz

Ins Leben gerufen worden sei das Konzept dieser Teams von dem Zusammenschluss „Energieregion Hümmling“, teilte Klimaschutzmanagerin Kathrin Klaffke mit. Im Jahr 2012 hatten die vier Samtgemeinden Lathen, Nordhümmling, Sögel und Werlte eine Energieregion gegründet, um die Aktivitäten und Maßnahmen der Bürger im Bereich Klimaschutz und erneuerbare Energien weiter voranzubringen.

Das Prinzip der Schul-Energie-Teams ist nach Angaben von Klaffke, Tätigkeiten an den Schulen und besonders bei den Schülern anzuregen. Durch Prämien werde dazu ein weiterer Anreiz gegeben. Insgesamt nähmen zurzeit 26 Schulen in der Region teil.

Sammelaktion für Althandys oder Tablets

Das Schul-Energie-Team der Oberschule Esterwegen arbeite seit vier Jahren mithilfe von Projekten für den Klimaschutz, „das Bewusstsein aller Schüler in kleinen Schritten anzuregen“, erklärte Herzich. Neben Projekten, wie einer Sammelaktion für Althandys oder Tablets, habe unter anderem der Kiosk einen energieeffizienteren Kühlschrank und die Mofa-Führerschein-AG einen Elektroroller erhalten. Darüber hinaus sei nach Angaben von Herzich eine Wetterstation auf dem Dach der Schule installiert worden, die die aktuellen Daten an ein digitales Klimabord in der Aula liefert.

Anstoßwirkung für die Politik

Der Bürgermeister der Samtgemeinde Nordhümmling, Christoph Hüntelmann, betonte bei der Präsentation die Wichtigkeit von Klima-, Natur-, und Umweltschutz. Die zuletzt erfolgten Veränderungen in der Politik seien ein Anzeichen dafür, dass sich nun auch mehr junge Leute mit diesen Themen auseinandersetzen würden. Wenn lokal die Impulse gesetzt und Initiativen ergriffen werden, könne dies eine Anstoßwirkung für die Politik sein, entsprechende Maßnahmen einzuleiten, erhofft sich Hüntelmann.

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