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Kirche vor 150 Jahren geweiht Spahnharrenstätte feiert dreifaches Jubiläum

Von Anna Heidtmann | 19.06.2016, 21:13 Uhr

In der Gemeinde Spahnharrenstätte war an diesem Wochenende das ganze Dorf auf den Beinen. Gefeiert wurde das 150-jährige Bestehen der St.-Johannes-Kirche sowie der Zusammenschluss der Ortsteile Spahn und Harrenstätte zur Gemeinde Spahnharrenstätte und die Gründung der Grundschule – beide geschah vor 50 Jahren.

Nach einer Vesper in der Kirche und einem Festprogramm am Samstagabend, fand der Höhepunkt der Feierlichkeiten am Sonntag mit einem großen Pfarr- und Dorffest statt. Den Auftakt bildete ein Festhochamt, das der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode mit der ganzen Gemeinde gefeiert hat.

„Es ist eine spannende Geschichte, wie es zu dieser Kirche gekommen ist, die am 7. März 1866 nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht worden ist“, sagte der Bischof zu Beginn seiner Predigt. Der Schritt zur Zusammenarbeit sei damals schon vorausschauend gewesen und in der heutigen Zeit aktueller denn je. „Das, was mit der gemeinsamen Kirche begonnen hat, hat weitere Früchte getragen bis in die Bildung der Kinder hinein“, so der Prediger.

Bode ging auch auf die Entwicklung der Kirche ein. Rückläufige Zahlen bei den Kirchenbesuchern, den Mitgliedern in Gruppen und Vereinen sowie den Empfängen von Sakramenten und Priesterweihen seien seit einigen Jahren bedrückend zu spüren. „Ein solches Jubiläum braucht daher neben der großen Dankbarkeit auch ein Nachdenken, wie Kirche ihre Lebendigkeit auf ganz neue Weise bewahren kann“, sagte der Bischof. Wichtiger als immer auf das zu schauen, was man alles machen könne, sei es, das vorhandene Positive zu stärken und dabei eine Haltung wie Johannes der Täufer zu bewahren. Die Kirche könne mit dem Vertrauen, dass nicht die Menschen, sondern Gott zusammen mit den Menschen sie retten werde, in eine neue Zeit gehen.

Nach dem Festhochamt, das zahlreiche Bannerträger der örtlichen Vereine und der Kirchenchor St. Johannes feierlich umrahmt haben, war die ganze Gemeinde zu einem großen Dorffest mitten im Ortszentrum eingeladen. 17 Gruppen und Vereine haben sich mit Buden und Aktionen in das Programm eingebracht, das der Pfarrgemeinderat hauptverantwortlich organisiert hat.

Für Unterhaltung im Festzelt haben die örtliche Tanzgruppe und die Tanzgruppe der Grundschule sowie die Schützenkapelle mit ihren Aufführungen gesorgt. Ein Höhepunkt war zweifelsohne die Uraufführung des Musicals „Johannes der Täufer“ von Dirk und Gertrud Schmalenbach, das der Chor „Im Takt“ zusammen mit den Kindern der Grundschulklassen drei und vier einstudiert hatte.

Auch der Bischof freute sich sehr über die Darbietungen, die nach seinen Worten „besser als fünf Predigten“ waren, und bescheinigte den Darstellern einen Gesang mit nahezu „Domqualitäten“. Wissenswertes über die Geschichte der St.-Johannes-Kirche gab es darüber hinaus bei einer Kirchenführung zu erfahren. Pfarrer Bernhard Horstmann und Diakon Burkhard Becker richteten ihren Dank an alle Verantwortlichen und Beteiligten, die zum Gelingen des Festes beigetragen haben.