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Gemeinde fordert Pacht ein Bockhorster Angler sollen 3200 Euro zahlen

Von Hermann Hinrichs | 13.01.2014, 15:43 Uhr

In Bockhorst gibt es kräftig Knatsch zwischen der Gemeinde und dem Angelsportverein (ASV) um Uferabbrüche an dem 28 Hektar großen Freizeitsee. Die Gemeinde fordert über ihren Rechtsanwalt wegen Versäumnissen des Vereins eine Pachtnachzahlung für die Jahre 2010 bis 2013 von 3200 Euro von dem Verein. Die Frist zur Zahlung endete am 27. Dezember. Diese hat der Angelsportverein verstreichen lassen, der den erhobenen Vorwurf überhaupt nicht nachvollziehen kann.

Wie ist die Ausgangslage? Nach Angaben des ASV-Vorstands mit Bernhard Jungsthövel an der Spitze ist der Verein Mitte der 1990er-Jahre gegründet worden, weil seinerzeit der Freizeitsee entstanden war. Hier war eine der Sandentnahmestellen für die ATP-Teststrecke in Papenburg. Seither ist der Verein Pächter des Sees. Vereinbart worden ist auch eine finanzielle Bezuschussung des Vereins in Höhe des Pachtzinses. Diese ist im Jahr 2008 durch den Gemeinderat bis Ende 2020 verlängert worden. In der Zusatzvereinbarung zum Vertrag ist zu dem Zeitpunkt aufgenommen worden, dass es „wünschenswert“ sei, dass der Verein seine bisherigen regelmäßigen Pflegemaßnahmen weiterhin durchführt. Dazu werden in der Vereinbarung beispielhaft Gras mähen, die Beseitigung von Unrat, aber auch die Bepflanzung und Befestigung der Uferböschungen genannt.

Genau an diesem Punkt gibt es nun aber Streit. Bürgermeister Wilhelm Sievers hält sich zu den Einzelheiten bedeckt, doch so viel: Die Versäumnisse liegen in der Uferbefestigung. Diesen Vorwurf weisen Jungsthövel und seine Vorstandskollegen aber weit von sich. „Es ist beweisbar, dass wir unseren Pflichten nachgekommen sind“, sagt Jungsthövel und verweist auf die Aufzeichnungen und Abrechnungen der jährlich mehrfach stattfindenden Arbeitseinsätze an dem See. Dabei seien immer wieder Weiden an die Ufer gepflanzt worden, um diese durch Bewuchs zu befestigen. Doch speziell auf zwei Abschnitten waren die durch Wellenschlag entstandenen Uferabbrüche nicht in den Griff zu bekommen, die mithin stellenweise aus Sicht der Vereins sogar zu einer Gefahr für Benutzer des Fußweges rund um den See geworden sind.

Aus diesem Grunde hat der ASV laut Jungsthövel die Gemeinde und weitere Behörden in Kenntnis gesetzt. Bei den darauffolgenden Begegnungen und Besprechungen gelang es aber nicht, zu einer Einigung zu kommen. Diese scheiterte laut Jungsthövel daran, dass der ASV sich die Eigenregie bei einer derartigen Wasserbaumaßnahme nicht zutraut. Allerdings habe man mithilfe und eine Eigenbeteiligung von 5000 Euro angeboten, sofern der Pachtvertrag vorzeitig um fünf Jahre verlängert wird. Parallel sollten die Pflichten des Vereins klar definiert in das Vertragswerk aufgenommen werden.

Dann kam es aber anders. Der Gemeinderat sah offenbar keine Chance mehr auf eine Einigung mit dem ASV. Daher wurde beschlossen, den ASV zur Pachtnachzahlung aufzufordern. Überdies beschloss der Rat, die Reparatur eines Teils der beschädigten Ufer selbst in Auftrag zu geben.

„Ich weiß nicht, was wir noch machen sollen. Die Behauptung, die Maßnahmen zu schulden, ist einfach falsch“, sieht Jungsthövel den ASV Bockhorst im Recht. Und auch der früherer Bürgermeister und jetzige Ratsherr Gerhard Robin springt dem ASV zur Seite: „Der See ist immer sauber, und der Verein hat seinen ehrenamtlichen Einsatz immer wieder auch von Fremdfirmen unterstützen lassen.“ Robin hatte seinerzeit in seiner Funktion als Bürgermeister die 2008 erfolgte Zusatzvereinbarung unterzeichnet. Er sieht keinerlei Versäumnisse und tituliert das Gebaren der Gemeinde stattdessen als „bodenlose Frechheit“.

Wie geht es weiter? Der ASV weiß es nicht, und der amtierende Bürgermeister Wilhelm Sievers will sich dazu nicht näher äußern. „Wir sind auf dem Weg, eine glückliche Lösung zu finden.“ Das letzte Wort habe hier aber der Gemeinderat. Das Thema werde wahrscheinlich auf der nächsten Ratssitzung erneut erörtert. Dann sitzen auch die Ratsherren Bernhard Jungsthövel und Gerhard Robin wieder mit am Tisch.