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Eine Nacht im Krankenhaus verbracht Fünf Börgeraner bei „Rock am Ring“ verletzt

Von Daniel Gonzalez-Tepper | 07.06.2016, 23:05 Uhr

Fünf junge Rockmusik-Freunde aus der Gemeinde Börger (Samtgemeinde Sögel) sind bei dem Unwetter bei „Rock am Ring“ am vergangenen Freitag verletzt worden. Sie hatten Schutz unter einem Bierpavillon gesucht, in dem der Blitz eingeschlagen war. Alle fünf hatten vorsorglich eine Nacht im Krankenhaus verbracht.

„Wir hatten riesiges Glück. Hätten wir auf der anderen Seite des Pavillons gestanden, wären die Verletzungen wohl schlimmer ausgefallen“, berichtet Hermann Ubbenjans. Der 27-Jährige aus Börger hatte selber nicht unter dem Dach des Pavillons gestanden, sondern etwa 20 Metern entfernt in Sichtweite seiner sechs Freunde und einer Freundin aus der Hümmling-Gemeinde, alle zwischen 25 und 33 Jahre alt. „Ich hatte eine Regenjacke an und mir einen Müllbeutel um die Beine gebunden“, erzählt der Bauingenieur.

Ubbenjans hatte zwar den lauten Knall und einen hellen Lichtschein neben sich wahrgenommen, aber erst nach etwa 15 Minuten wurden ihm und seinen Bekannten bewusst, was überhaupt geschehen war. „Fünf aus unserer achtköpfigen Gruppe, die direkt unter dem Pavillon gestanden hatten, klagten über Unwohlsein sowie Kribbeln in Händen und Beinen. Einige hatten richtige Schmerzen. Wir sind dann gemeinsam zu einem nahen Sanitäterstand gegangen, in dem die Fünf dann auch sofort untersucht wurden“, berichtet der Rockmusik-Freund, für den es der vierte Besuch bei „Rock am Ring“ war. Das Kribbeln sei vergleichbar gewesen mit dem Griff an einen Elektrozaun auf einer Viehweide oder einem Stromschlag, den man bei Elektroarbeiten im Haushalt manchmal bekommt, nur viel heftiger.

In zwei Etappen hingefahren

In zwei Etappen am Mittwoch und Donnerstag war die achtköpfige Gruppe aus dem nördlichen Emsland in die Eifel gereist. „Schon am Donnerstag bei nur leichten Regenfällen waren die Zufahrtstraßen auf dem Campinggelände stark aufgeweicht“, berichtet Hermann Ubbenjans. Seiner Meinung nach ist bei der Befestigung der Wege, auch beim Hauptzugang zum Festivalgelände, geschlampt worden. Am Freitagabend hatte sich die Gruppe rechtzeitig zur Hauptbühne aufgemacht, wollte Tenacious D und Volbeat sehen, ehe es gegen 20 Uhr an dem Bierpavillon, der zentral zwischen Hauptbühne und dem „Alternatent“, dem großen Festzelt, stand.

Nach dem Blitzeinschlag war von einer Panik oder einem Chaos zunächst keine Spur. „Ich habe keine Schreie oder derartiges wahrgenommen“, berichtet der Börgener. Etwa 150 Leute, so schätzt er, hatten sich direkt unter dem Pavillondach und der direkten Umgebung befunden. Reibungslos verlief die Erstversorgung an der Sanitäterstation, von denen es seiner Ansicht nach ausreichend auf dem Festivalgelände gab.

In unterschiedliche Krankenhäuser

Die fünf verletzten Emsländer wurden dann in fünf unterschiedliche Krankenhäuser gebracht, wo bei allen glücklicherweise keine schweren Verletzungen wie Herz-Rhythmus-Störungen oder Verbrennungen wie bei anderen Festival-Besuchern festgestellt wurde. Der erste von ihnen durfte gegen 3 Uhr das Hospital verlassen, die anderen, die die Nacht auf Pritschen im überfüllten Krankenhaus verbrachten, folgten im Laufe des Samstag-Vormittags und -Mittags. „Alle mussten für ihre Rückfahrt alleine sorgen“, schildert Ubbenjans.

Gemeinsam beschloss man am Nachmittag, zu bleiben und nicht vorzeitig abzureisen. Die Stimmung aber blieb bei den meisten bedrückt. Als dann am Sonntag früh durchsickerte, das Festival wird abgebrochen, brachen die acht Emsländer am Mittag auf in Richtung Norddeutschland.

Auf VIP-Camping verzichten

Lust, im nächsten Jahr erneut hinzufahren, hat Hermann Ubbenjans. „Ich werde die Tickets aber kurzfristig kaufen und vom Wetter abhängig machen, ob ich fahre.“ Auf das VIP-Camping, das 50 Euro extra kostet, wird er aber definitiv verzichten. „Wir hatten null Vorteile dadurch, der versprochene Strom war die meiste Zeit nicht da, Toiletten wurden nicht geleert, die Wege nicht besser, und günstiger gelegen war unser Zeltplatz auch nicht.“