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Aus persönlichen Gründen Bockhorster Ratsherr legt Amt nieder

Von Mirco Moormann, Mirco Moormann | 27.02.2017, 18:28 Uhr

Der Bockhorster Ratsherr Bernhard Jungsthöfel, der für die Bockhorster Union im Gremium sitzt, hat am Montag sein Ratsmandat niedergelegt. Zuvor war er am Freitagabend gemeinsam mit dem kompletten Vorstand des Angelsportvereins zurückgetreten.

Wie Stefan Eichhorn, Bürgermeister der Samtgemeinde Nordhümmling, auf Anfrage mitteilte, habe Jungsthöfel sein Amt am Montagvormittag niedergelegt. Er habe, so Eichhorn, das Ratsmandat aus persönlichen Gründen abgegeben.

Bereits am Freitagabend war Jungsthöfel als Erster Vorsitzender des Angelsportvereins (ASV) mit dem gesamten, achtköpfigen Vorstand zurückgetreten. Dies bestätigte Bockhorsts Bürgermeister Manfred Mönnikes (CDU) im Gespräch mit unserer Redaktion. Er sei am Freitag auf der Jahreshauptversammlung gewesen, und die Entscheidung des Vorstandes habe ihn überrascht, so Mönnikes. Er habe auf der Versammlung mitgeteilt, dass der Pachtvertrag aus dem Jahr 1999, der noch bis 2020 gilt, überarbeitet und neu verfasst werden müsse. „Es wird Veränderungen der Bedingungen geben, aber nicht mit dem Ziel, dem ASV seine Existenzgrundlage zu nehmen“, sagte Mönnikes.

Er könne die Entscheidung des Vorstandes deshalb auch nicht verstehen. Er bedauere sowohl den Rücktritt des Vorstandes, als auch den Mandatsverzicht von Jungsthöfel, so der Bürgermeister. „So etwas ist immer eine Niederlage“, so Mönnikes.

Wer die Nachfolge für Jungsthöfel im Gemeinderat antritt, ist noch unklar. Wie Eichhorn weiter erklärte, werde nun der Kandidat mit den nächstmeisten Stimmen angeschrieben. Der nächste Kandidat für die BU ist demnach Heinrich Vennen. Er habe laut Eichhorn nach Erhalt des Schreibens der Samtgemeinde eine Woche Bedenkzeit, um sich zu entscheiden, ob er das Amt annehmen möchte oder nicht.

Falls Vennen das Amt nicht antreten sollten, stehen mit Wolfgang Brake und Petra Hanneken noch zwei weitere mögliche Ratsleute auf der Liste der BU. Wenn sich letztlich niemand bereit erklären sollte, das jetzt frei gewordene Amt Jungsthöfels zu übernehmen, bleibt der Sitz im Gemeinderat unbesetzt, so der Samtgemeindebürgermeister.

Auch der Angelsportverein muss sich neu aufstellen. Es soll ein neuer Vorstand gewählt werden. Auf der Internetseite des ASV heißt es, dass dies am 17. März um 20 Uhr im Bockhorster Heimathaus geschehen soll.

Die Ungereimtheiten zwischen ASV und der Gemeinde existieren schon seit Jahren – und haben mit dem Rücktritt des gesamten Vorstandes einen neuen Höhepunkt erreicht. Vor mehr als drei Jahren war ein Streit ausgebrochen , weil sich Gemeinde und Verein nicht darüber einigen konnten, wer in welchem Umfang für die Ausbesserung der betroffenen Uferabschnitte aufkommen muss und in wessen Zuständigkeit das passieren soll. Die Gemeinde überlegte zudem, den bestehenden Pachtvertrag der Gemeinde mit dem ASV vorzeitig wegen Verstoßes gegen Vertragspflichten zu kündigen. Der Freizeitsee ist das Hauptangelgewässer des Vereins.

Kurz darauf kam es zu einer Einigung zwischen den Anglern und dem Gemeinderat. Damals zeigten sich Jungsthöfel und der ehemalige Bürgermeister Bockhorsts, Wilhelm Sievers (CDU), froh, dass ein Ausweg gefunden worden war, um die „festgefahrenen Vorstellungen“ auflösen zu können.