Letzter Gottesdienst Kapelle „Zur Gnade Christi“ in Surwold entwidmet

Von Hermann-Josef Döbber

Meine Nachrichten

Um das Thema Nordhümmling Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Der letzte Gottesdienst ist am Sonntag in der Kapelle „Zur Gnade Christi gefeiert worden. Danach wurde die Kapelle vom Landessuperintendenten Detlef Klahr (vorne, 3. von rechts) entwidmet. Foto: Hermann-Josef DöbberDer letzte Gottesdienst ist am Sonntag in der Kapelle „Zur Gnade Christi gefeiert worden. Danach wurde die Kapelle vom Landessuperintendenten Detlef Klahr (vorne, 3. von rechts) entwidmet. Foto: Hermann-Josef Döbber

Surwold-Börgermoor. Zum letzten Mal läuteten am Sonntag am Erntedankfest die Glocken zum Gottesdienst in der Kapelle „Zur Gnade Christi“ im Surwolder Ortsteil Börgermoor. Das Gotteshaus wurde entwidmet.

Das kirchliche Leben wird im katholischen Mehrgenerationenhaus (MGH) Börgermoor weitergeführt. Grund für die Schließung sind die weniger gewordenen Kirchengelder. Auch ist die Kapelle stark renovierungsbedürftig. Für die Sanierung müssten 40.000 Euro aufgebracht werden. Über das Geld verfügt die Gemeinde nicht.

Ende nach 52 Jahren

Pastorin Anna Riese erinnerte im Gottesdienst daran, dass die Kapelle am 7. Februar 1965 eingeweiht wurde für Flüchtlinge und Vertriebene aus Ostpreußen, Schlesien und Pommern. Ein treuer Glaube und ein tiefes Gebet hätten den Ort geprägt. In den 52 Jahren habe die evangelisch-lutherische Gemeinde Börgermoor hier ihre Gottesdienste, das Abendmahl, Konfirmationen und auch Taufen gefeiert. Das vor zwei Jahren begangene 50jährige Bestehen des Gotteshauses bezeichnete die Pastorin als ein schönes gemeinsames und unvergesslich großes Fest.

Küsterin verabschiedet

„Heute feiern wir wieder ein gemeinsames Fest, das Erntedankfest 2017. Zugleich wird unsere Kapelle entwidmet und nach 26 Jahren unsere Küsterin Roswitha Wildermann verabschiedet.“ Nach den Worten von Anna Riese „machen wir alle das nicht mal so nebenbei. Das macht uns traurig.“ An die Gottesdienstbesucher gewandt, hieß es weiter, dass diese gekommen seien, um diesen Weg mitzugehen. Neben dem Posaunenchor und Kirchenchor der evangelisch-lutherischen Gemeinde Papenburg und dem Chor St. Johannes Börgermoor nannte sie namentlich Hartmut Schulte an der Orgel, Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr, Superintendent Bernd Brauer, Pastor Sebastian Borghardt aus der Nikolaikirche, Pfarrer Karl-Heinz Santel aus der Pfarreiengemeinschaft Barbara sowie Bürgermeisterin Andrea Schmidt, Surwold, und Bürgermeister Jan Peter Bechtluft, Papenburg (beide CDU).

Erinnern an Gottes Geleit

„Dieser Tag bewegt schmerzlich unsere Gefühle.“ Die Seelsorgerin weiter: „Der Gottesdienst soll ein feierlicher und festlicher Gottesdienst werden, in dem alle „Gott Danke sagen für die Zeit mit unserer Kapelle, uns erinnern an Gottes Geleit und feierlich hinausgehen mit den sakralen Gegenständen, um sie hinauszubringen an den neuen Gottesdienstort.“ Es gehe weiter mit dem Gottesdienst, einmal monatlich, zwar anders, aber zentral in Börgermoor, hieß es ergänzend.

Mit einem Blick auf Pfarrer Karl-Heinz Santel dankte die Pastorin für die große Gastfreundschaft der örtlichen katholischen St. Johannes-Gemeinde „einschließlich des Engagements des katholischen Kirchenvorstandes mit Pfarrer Santel an der Spitze.“ Gemeinsam habe man einen Weg gefunden, was wo aus der Kapelle im MGH seinen Platz findet. Die Geistliche lud bereits in ökumenischer Verbundenheit zum 1. Ökumenischen Abendgottesdienst im Auftakt zum 500. Reformationsjubiläum am 28. Oktober ein. „ Darum: Vertraut den neuen Wegen! Gott wird uns dahin leiten. Wo er uns will und braucht. Denn Gottes Geist weht überall. Amen.“

Großer Sommer zu Ende

Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr sagte in seiner Predigt, das Erntedankfest mache bewusst, dass wieder ein großer Sommer zu Ende gegangen sei. „Menschen haben wieder die Felder bestellt und Gott hat wachsen lassen. Dass das Wunder wieder geschehen ist, dass aus dem Samenkorn die Ähre wurde und aus den zarten Knospen die Frucht. Gewachsen in den Tagen des Sommers, hier in unseren Landen und anderswo auf der Erde. „ Das Erntedankfest zu feiern bedeute auch, „dass wir ernst nehmen, was wir im Glaubensbekenntnis bezeugen, nämlich „Ich glaube an Gott den Schöpfer des Himmels und der Erden.“

Der Superintendent nahm nach dem Gottesdienst die Entwidmung des Gotteshauses vor . Die sakralen Gegenstände wurde von ´Geistlichen, Mitgliedern des Kirchenvorstandes und Gottesdienstbesuchern hinausgetragen.

Während des Gottesdienstes wurde Küsterin Roswitha Wildermann nach 26 Jahren von Dr. Detlef Klahr und Pastorin Anna Riese verabschiedet. Mit der Schließung der Kapelle endet ihre Küstertätigkeit. Zuvor hatten ihre Eltern Betty und Walter Noffke seit der Einweihung diesen kirchlichen Dienst wahrgenommen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN