Serie „Roter Faden“ Andrea Robbers ist eine echte „Hilkenbrook-Patriotin“

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Der rote Faden ist für Tischtennis-Spielerin Andrea Robbers das Gefühl zu Hilkenbrook und ihrem Verein zu gehören. Fotos: Susanne Risius-HartwigDer rote Faden ist für Tischtennis-Spielerin Andrea Robbers das Gefühl zu Hilkenbrook und ihrem Verein zu gehören. Fotos: Susanne Risius-Hartwig

Hilkenbrook. „Ich war eine Nachzüglerin, aber nie ein Nesthäkchen,“ stellt Andrea Robbers klar. Die junge Hilkenbrookerin ist 1981 als fünftes Kind ihrer Familie geboren mit acht Jahren Abstand zu ihrem älteren Bruder. Inzwischen ist sie Intensiv-Krankenschwester im Pius-Hospital in Oldenburg und engagiert sich in der Tischtennis-Abteilung des SV Hilkenbrook. Wir stellen sie in unserer Serie „Roter Faden“ vor.

Wie das war, schildert sie so: Als „Lieblingsspielzeug“ ihrer älteren Geschwister erlebte Andrea Robbers auf dem Hof ihrer Eltern in Hilkenbrook ihre Kindheit. „Das ist ein überschaubarer Ort, hier ist die Welt noch in Ordnung“, beschreibt sie eine ländliche Idylle. Schon in der Grundschule entdeckte die heute 35-Jährige ihre Leidenschaft für den Sport. „Beim SV Hilkenbrook wurde hauptsächlich Fußball gespielt, aber es gab auch Jemanden, der sich für Tischtennis einsetzte“, berichtet Robbers.

Als einer der ersten Vereine der Umgebung nahmen die Kinder aus der kleinen Hümmling-Gemeinde an Mini-Meisterschaften teil und ermittelten in ihrer Altersklasse auf Orts-, Kreis- und Bezirksentscheiden ihre Besten. „Aus meiner Klasse haben damals alle Mädchen Tischtennis gespielt,“ erinnert sich die Emsländerin. Sie selbst blieb dem Sport treu, auch später als sie die Realschule in Esterwegen besuchte. Einmal gelang es ihrer Mannschaft sogar, den Kreispokal zu gewinnen, erinnert sich Robbers gerne zurück und erklärt: „Beim Tischtennis dauert es lange, bis man Erfolge sieht. Die Motorik und das Ballgefühl müssen sich erst entwickeln.“ Es sei auch gar nicht einfach, sich auf Emsland-Ebene zu halten.

Nach Handelsschule Pflegeberuf erlernt

Nach der Schule geriet die junge Frau in eine Phase der beruflichen Orientierungslosigkeit. „Ich wusste nicht, was ich wollte“, fasst sie ihr damaliges Dilemma knapp zusammen. Schon am zweiten Tag in der einjährigen Handelsschule merkte sie: „Ich bin hier falsch.“ Aber weil sie so erzogen sei, habe sie die Ausbildung durchgezogen, die Computerkenntnisse und das Wirtschaftsenglisch „mitgenommen“ und sich dann neu orientiert.

Als Schülerin hatte Andrea Robbers ihre Mutter nachmittags manchmal bei der Pflege der Großmutter entlastet. Nach der Handelsschule entschied sie sich schließlich für einen Pflegeberuf, „obwohl ich als Zwölfjährige immer gesagt habe, das ist das Einzige, was ich später bestimmt nicht mache“, sagt Andrea Robbers und kann rückblickend darüber lachen. Praktika in Friesoythe und Sögel bestärkten sie in ihrem Entschluss und die Berufsfachschule Sozialpflege sowie eine anschließende Ausbildung zur Sozialassistentin folgten. „Ich habe während der Ausbildung ein halbes Jahr im Krankenhaus Sögel gearbeitet und weitere sechs Monate in einem Mehrgenerationen-Haushalt mit bezaubernden kleinen Kindern,“ erinnert sich die 35-Jährige.

Nach Tätigkeit in Paderborn seit 2011 in Oldenburg

Und obwohl sie sich selbst als „hilkenbrookpatriotisch“ bezeichnet, gab sie 2001 den Vorstand der Landjugend und ihren Tischtennissport ab und bewarb sich auf einen Ausbildungsplatz in einer Paderborner Klinik. Nach einem vierstündigen Eignungstest wurde sie als eine von hunderten Bewerberinnen genommen. Es hat sich gelohnt, denn: „Das ist ein schönes Krankenhaus und ich habe dort viel gelernt.“ Den Kontakt zum Freundeskreis hielt die junge Frau dennoch stets aufrecht. Nach der Ausbildung wäre sie ins Emsland zurückgekehrt, aber „Pflegekräfte wurden damals noch nicht gesucht.“ Robbers verlängerte ihren Vertrag und arbeitete in Paderborn in der Internistischen und der Intensivstation.

2005 bekam die Emsländerin eine Anfrage aus der Heimat: „Wir brauchen jemanden, der beim SV mitspielt, um die Damenmannschaft zu erhalten“, erinnert sich Robbers. Und so kam sie am Wochenende aus dem gut 200 Kilometer entfernten Paderborn angereist, um die Punktspiele zu bestreiten. Nach zehn Jahren in Nordrhein-Westfalen war dann doch der Zeitpunkt gekommen, ins Emsland zurück zukehren. Und so nahm Robbers 2011 eine Stelle als Intensiv-Krankenschwester im Pius-Hospital in Oldenburg an und zog wieder nach Hilkenbrook.

Leiterin der Jugendabteilung

Beim SV löste Andrea Robbers eine Freundin ab, die die Jugendabteilung zuvor zehn Jahre lang geführt hatte. „Ich habe unter anderem eine Trainingsgruppe betreut und es zu schätzen gelernt, wie ich auf die Leute im Verein bauen kann,“ freut sich die Emsländerin über diese Erfahrung. Die Abteilung sei eine gute und sie erhalte viel Unterstützung. Ihr Traum sei eine neue Tischtennisplatte, denn so sagt sie mit einem Augenzwinkern, „unser Arbeitsmaterial ist sehr spielerfahren.“

Aktuell startet Andrea Robbers in eine neue Lebensphase: „Ich werde Hilkenbrook schweren Herzens verlassen“, verrät sie. Mit ihrem Lebenspartner plant sie ein Eigenheim in Friesoythe. Sehr weit wird ihr Weg zum Sport in Hilkenbrook aber auch in Zukunft nicht sein.


Drei Fragen an Andrea Robbers

Was zieht sich wie ein roter Faden durch Ihr Leben?

Das Zugehörigkeitsgefühl zu meinem Verein. Ich spiele in einer Mannschaft zusammen mit Leuten, mit denen ich seit Jahrzehnten befreundet bin. Und das Gefühl, in Hilkenbrook zuhause zu sein.

Was verbindet Sie mit Andreas Kuper, der den roten Faden aufnehmen wird?

Ich kenne ihn von früher, er hat in Hilkenbrook gewohnt.

Warum geben Sie den roten Faden an ihn weiter?

Ich finde gut, was er alles macht. Zum Beispiel engagiert er sich für Amnesty International und macht Musik.

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