Ex-Kriegsgefangene in Esterwegen Zeitzeugenbericht vertieft Wissen über Emsland-Geschichte

Über den Besuch von Aleksandra Sękowska (Vierte von links) in der Gedenkstätte Esterwegen freuen sich (von links) Andrea Kaltofen (Geschäftsführerin der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen), Sękowskas Schwägerin Izabella Gotzman, die Gedenkstättenmitarbeiter Marianne und Kurt Buck sowie Zbigniew Leszczynski, Partnerschaftsbeauftragter beim Landkreis Emsland. Foto: Landkreis EmslandÜber den Besuch von Aleksandra Sękowska (Vierte von links) in der Gedenkstätte Esterwegen freuen sich (von links) Andrea Kaltofen (Geschäftsführerin der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen), Sękowskas Schwägerin Izabella Gotzman, die Gedenkstättenmitarbeiter Marianne und Kurt Buck sowie Zbigniew Leszczynski, Partnerschaftsbeauftragter beim Landkreis Emsland. Foto: Landkreis Emsland

pm/gs Esterwegen. Ein Besuch ehemaliger Kriegsgefangener aus Warschau in der Gedenkstätte Esterwegen hat das Wissen über die emsländische Geschichte vertieft.

Wie der Landkreis Emsland mitteilte, hatte die 88-jährige Aleksandra Sękowska Unterlagen aus ihrer Zeit in den Nachkriegsjahren in Haren mitgebracht, mit denen sich die Erkenntnisse über die Zeit erweitern ließen, als Haren zwischen 1945 und 1948 „Maczków“ hieß. Bei einem geplanten Gegenbesuch in Warschau werden die Gedenkstättenmitarbeiter weitere Materialien in ihrem Privatarchiv einsehen dürfen. Im Mai 1945 hatten die Briten, die Nordwestdeutschland besetzt hatten, den regulären polnischen Streitkräften sowie ehemaligen Kriegsgefangenen aus den Emslandlagern mit einem großen Teil Harens eine eigene polnische Besatzungszone.

Sękowska besuchte die Gedenkstätte Esterwegen sowie den Gedenkpavillon am ehemaligen Lager Oberlangen zum ersten Mal. In Haren legte sie 1947 ihr Abitur ab und lernte dort auch ihren späteren Mann Stefan Sękowski kennen.

Die 88-Jährige fand in der Dauerausstellung der Gedenkstätte nicht nur ihr Porträtfoto als 14-Jährige vor, sondern auch eine Zusammenfassung ihrer Geschichte von einem sehr jungen Mädchen, das ab August 1944 als Mitglied bei den geheimen Pfadfinderinnen am „Warschauer Aufstand“, der Erhebung der polnischen Heimatarmee (Armia Krajowa, AK) gegen die deutschen Bestatzungstruppen teilnahm, nach dessen Niederschlagung als Kriegsgefangene unter anderem in das Emslandlager VI Oberlangen kam und dort von der 1. Polnischen Panzerdivision am 12. April 1945 befreit wurde.

Aleksandra Sękowska war auf Einladung der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen ins Emsland gekommen. Ihre Zeitzeugenberichte waren nach Angaben der Kreisverwaltung für alle Gesprächspartner von hohem Interesse. Die alten Fotos in der Gedenkstätte und in Oberlangen, aber auch ein Kurzbesuch bei den Gedenksteinen am ehemaligen Lager Neusustrum V (heute Neusustrummoor) hätten bei ihr immer neue Erinnerungen geweckt.