Polizei vernimmt Besatzungsmitglied Schiffsunglück in Surwold: Matrose warnte den Kapitän

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Bleibt noch im Surwolder Hafen liegen: Das Binnenschiff „Emelie D.“, das bei der Brückenkollision schwer beschädigt wurde. Foto: Lars Klemmer/dpaBleibt noch im Surwolder Hafen liegen: Das Binnenschiff „Emelie D.“, das bei der Brückenkollision schwer beschädigt wurde. Foto: Lars Klemmer/dpa

Surwold. Vor dem tödlichen Binnenschiffsunglück auf dem Küstenkanal am Montagabend in Surwold hat das 28-jährige Besatzungsmitglied seinen Kapitän nach eigenen Angaben noch gewarnt. Das hat der Mann der Polizei zufolge in seiner Vernehmung angegeben. Demnach steht fest, dass der 60-jährige Schiffsführer bei der Kollision des Frachters „Emelie D.“ tödlich verletzt wurde, weil er das Steuerhaus zu spät gesenkt hatte.

Wie der Matrose den Beamten gegenüber mitteilte, seien sie mit dem Binnenschiff „Emelie D.“ auf dem Küstenkanal größtenteils mit heruntergefahrenem Steuerhaus unterwegs gewesen. Weit vor der Unglücksbrücke habe der 60-jährige Schiffsführer das Ruderhaus hochgefahren, damit er aufgrund des dichten Nebels bei einem Schiff im Begegnungsverkehr einen besseren Überblick habe. Erst kurz vor der Brücke habe der Kapitän begonnen das Steuerhaus wieder zu senken. Dies sei dem Matrosen zufolge aber noch zu hoch gewesen, so dass es mit der Brücke kollidierte. Der 28-Jährige, der zum Unfallzeitpunkt ebenfalls im Ruderhaus war, habe den Schiffsführer noch gewarnt und sich kurz vor der Kollision auf den Boden geworfen.

Nach dem Unfall habe er den Motor zunächst runtergefahren und sich im Anschluss um den schwer verletzten Schiffsführer gekümmert. Dann habe er den Notruf abgesetzt und das Containerschiff, das sich auf dem Weg von Bremerhaven nach Dörpen befand, noch bis in den Surwolder Hafen manövriert und festgemacht. Dort waren die Rettungskräfte bereits eingetroffen und versorgten den 60-Jährigen aus Ganderkesee. Dieser wurde ins Krankenhaus nach Papenburg gebracht, wo er kurze Zeit später verstarb.

Die Beschlagnahme des Schiffes wurde nach Polizeiangaben am Mittwochnachmittag nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Osnabrück wieder aufgehoben. Eine Weiterfahrt der „Emelie D.“ sei derzeit aufgrund der Beschädigungen jedoch nicht möglich.


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