Mehr als 1000 Lichter in Esterwegen entzündet

Pastor Gerhard Hübner sprach das Totengedenken. Foto: Verband der ReservistenPastor Gerhard Hübner sprach das Totengedenken. Foto: Verband der Reservisten

Esterwegen. Es ist mittlerweile gute Tradition geworden, dass sich Reservisten, Mitglieder der Kolpingfamilie, Schwestern des Franziskanerinnenordens und Bürger auf dem Friedhof des ehemaligen Konzentrationslagers und Gefangenenlagers Esterwegen versammeln, um der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu gedenken.

Auf der Gräberstätte wurden zwischen 1933 und 1945 mehr als 1300 Opfer des Nazi-Regimes begraben, die in den Strafgefangenenlagern im Emsland inhaftiert waren und die Haft nicht überlebten. Gemeinsam mit Jugendlichen aus der Region hatten ehemalige Bundeswehrsoldaten der Reservistenkameradschaft Esterwegen die Begräbnisstätte an der Bundesstraße 401 mit mehr als 1000 Grablichtern geschmückt und so den etwa 50 Teilnehmern an der Gedenkfeier ein beeindruckendes Bild geboten.

Pastor Gerhard Hübner feierte den Gedenkgottesdienst und nutzte seine Predigt, die Erinnerung an die jüngste deutsche Geschichte mit den aktuellen politischen Ereignissen in der Welt zu verknüpfen. Von einer Reise nach St. Petersburg sei ihm eine Inschrift auf einem Friedhof für Opfer der Deutschen Belagerung in Erinnerung geblieben. Dort hieß es „Niemand ist vergessen“. Dieser Satz gelte auch für das Totengedenken, führte Pastor Hübner aus, bevor die Gedenkfeier mit der Gräbersegnung und einem gemeinsamen Gebet ihren Abschluss fand.

Hermann Telgen, Vorsitzender der Esterweger Reservisten, dankte seinen Kameraden und den Mitgliedern der Kolpingjugend für die geleistete Arbeit bei der Vorbereitung der Gedenkfeier. „Diese Veranstaltung“, so der Kameradschaftsleiter, „wollen wir im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder durchführen“.


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