Hospizwesen weiter ausbauen KFD Hümmling beschäftigt sich mit dem Thema Hospiz

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Die KFD-Regionalkonferenz in Hilkenbrook leiteten (von links) Thekla Antons, Ingrid Hermes, Elisabeth Revermann, Marlies Etmann, Annette Hilmes und Christa Geerswilken. Einen Vortrag hielt Michael Strodt. Foto: Gisela ArlingDie KFD-Regionalkonferenz in Hilkenbrook leiteten (von links) Thekla Antons, Ingrid Hermes, Elisabeth Revermann, Marlies Etmann, Annette Hilmes und Christa Geerswilken. Einen Vortrag hielt Michael Strodt. Foto: Gisela Arling

Hilkenbrook. Die Palliativmedizin und das Hospizwesen weiter auszubauen, das forderte der Sögeler Krankenhausseelsorger und Hospiz-Vorsitzende Michael Strodt in seinem Vortrag auf der Regionalkonferenz der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD), Region Hümmling, in Hilkenbrook.

Sein Vortrag trug den Titel „Für eine Kultur der Sorge um den Anderen – Hospiz“. In seiner Einleitung berichtete Strodt von der Presseerklärung, die Kardinal Wölki zu der Frage: „Wie wollen wir sterben?“ abgegeben hatte. Strodt gab die Frage weiter in die Frauen und bekam übereinstimmende Antworten wie: „Ich möchte würdevoll sterben, ohne Schmerzen, einfach einschlafen, Anderen nicht zur Last fallen…“

Ausführlich ging der Experte auf die mehr als einjährige Diskussion ein, wie in Deutschland zukünftig mit dem assistierenden Suizid umgegangen werden soll, sowie auf die dazu eingereichten parteiübergreifenden Gesetzentwürfe. Schließlich sei es im Bundestag, so führte Strodt weiter aus, zu dem Beschluss gekommen, den geschäftsmäßigen Suizid zu verbieten. Assistierende Beihilfe bleibe nach wie vor straffrei. Einen Tag zuvor hätte der Bundestag einer Etat-Erhöhung der Sachkosten für ambulante Hospizdienste wie auch im stationären Bereich zugestimmt.

„Was trägt die Gesellschaft bei, dass so viele Menschen den Suizid als Option für sich wollen?“, fragte Michael Strodt und meinte: „Die Sorge um das Sekundäre darf sich nicht etablieren. Man sollte sich nicht für die Angst vor der Angewiesenheit auf die Hilfe Dritter schämen. Wenn wir zulassen, dass Menschen sich lieber verabschieden, als weiter zu leben, ist das eine Resignation für uns.“ Man müsse den Kranken und Sterbenden einen Wert, eine Bedeutung, geben. An dieser Anerkennung würde es mangeln. So sei es die Aufgabe der ganzen Gesellschaft, durch ehrenamtliches Engagement die Kultur des Sterbens wieder neu zu schaffen.

„Wenn wir an der Pflege sparen, wenn die Ärzte durch die Ökonomisierung überhaupt keine Zeit mehr haben, dann fühlen sich die Patienten entwertet als Objekt. Wir müssen in die Kultur der Anerkennung und Wertschätzung der Sterbenden investieren“, forderte Michael Strodt. So sehe er es weiterhin als dringend erforderlich an, die Palliativmedizin und das Hospizwesen weiter auszubauen, damit mehr Menschen das Sterben in Würde ermöglicht werden könne. Abschließend meinte er, dass die Politik die Begleitung des Sterbeprozesses nicht bis ins letzte Detail gesetzlich regeln könne. „Sterbende beschenken uns. Für mich ist jede Sterbebegleitung eine sehr persönliche Bereicherung“.

Über Aktuelles aus dem Regionalverband berichtete die neue Vorsitzende Marlies Etmann. Sie verwies unter anderem auf bevorstehende Termine, insbesondere die Aktionswoche „Häng dich rein ins Netz, das Frauen trägt“, wozu für die 26 Gemeinden am Ende der Veranstaltung die Aktionspakete ausgehändigt wurden.


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