Bilder von Otto Pankok Ausstellung „Die Passion“ in Esterwegen eröffnet

Die Bilder aus „Die Passion“ zeigen Stationen aus dem Leben Christi - die Gesichter gehören zu politisch Verfolgten zu Zeiten des Nationalsozialismus. Foto: Julia KleeneDie Bilder aus „Die Passion“ zeigen Stationen aus dem Leben Christi - die Gesichter gehören zu politisch Verfolgten zu Zeiten des Nationalsozialismus. Foto: Julia Kleene

Esterwegen. In der Gedenkstätte Esterwegen wurde am Sonntagnachmittag die Sonderausstellung des Bilderzyklus „Die Passion“ von Otto Pankok eröffnet. 48 von insgesamt 60 Bildern werden noch bis zum 15. Dezember zu sehen sein.

Die Geschäftführerin der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen, Dr. Andrea Kaltofen, erläuterte während der Eröffnung die Hintergründe des Bilderzyklus. Die Inspriation für seine Bilder sei nach der Folter seines Freundes Karl Schwesig entstanden, welcher während der Naziherrschaft aufgrund seiner politischen Kunst im Konzentrationslager Esterwegen gefangen gehalten wurde.

Großformatige Kohlegemälde

Die expressionisch-realistischen Bilder aus „Die Passion“ sind großformatige Kohlegemälde. Sie zeigen die Heilsgeschichte des Lebens und Sterbens Jesu Christi. Folter, Qual und Tod stünden im Mittelpunkt seiner Kunstwerke, so Kaltofen. Das Ziel Pankos bestünde darin, durch die Betrachtung der erschütternden Bilder ein Zeichen zu setzten, dass alle verstehen. Das Bild „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“ zeige das Motiv des Christus am Kreuz, der die Gesichtszüge Schwesigs aufweise.

Tochter des Künstlers ist Leihgeberin der Bilder

Die Tochter des Malers, Eva Pankok, ist die Leihgeberin der Bilder. Emslands Erster Kreisrat Martin Gerenkamp bezeichnete sie als „Zeitzeugin für das dunkle Kapitel der deutschen und emsländischen Geschichte“. Sie selbst habe ihnen Aussagen nach alles mitgemacht - bis zum letzten Tag. Es sei eine Zeit voller Angst und Grausamkeiten gewesen. „Ich bin froh, wenn viele Jugendliche kommen und sich die Bilder ansehen“, sagte Eva Pankok.

Unterschlupf in Bokeloh

Der Maler, Grafiker und Bildhauer Otto Pankok lebte von 1893 bis 1966. Nachdem er unter der Beobachtung der Düsseldorfer Gestapo stand und seine Bilder von den Nationalsozialisten als „entartete Kunst“ gebrandmarkt und verboten wurden, floh Pankok mit seiner Familie 1938 nach Bokeloh. Bei der Familie Meyer fanden sie für zwei Jahre einen sicheren Unterschlupf. „Raum und Herberge geben, das sind zur Zeit wieder ganz aktuelle Themen“, sagte Gerenkamp. Er bedankte sich bei der Familie Meyer für den aufgebrachten Mut, die Verfolgten „wie selbstverständlich und ohne Angst vor möglichen Konsequenzen“ bei sich aufzunehmen.

Der Eintritt zur Sonderausstellung ist frei. Bis Samstag, 31. Oktober, ist die Ausstellung täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Ab Sonntag, 1. November, ist die Ausstellung von dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.


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