Gegner bekunden Unmut Biogasanlage in Surwold soll ertüchtigt werden

Die stillgelegte Biogasanlage am Musebergweg in Surwold soll ertüchtigt werden. Das Vorhaben ruft Kritiker auf den Plan. Foto: dpa/ArchivDie stillgelegte Biogasanlage am Musebergweg in Surwold soll ertüchtigt werden. Das Vorhaben ruft Kritiker auf den Plan. Foto: dpa/Archiv

Surwold. Um die stillgelegte Biogasanlage am Musebergweg in Surwold kommt offenbar wieder Bewegung. Der Gemeinde liegt ein Antrag der Surwolder Naturstrom GmbH auf Betrieb, Umrüstung sowie weiterer baulicher Maßnahmen vor. Eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsgesetz ist erforderlich. Gegner äußerten in der Bürgerfragestunde ihren generellen Unmut über die Intensiv-Tierhaltung und Biogasanlagen.

Der Antragsteller Friedhelm Müller musste die Anlage vor rund zwei Jahren aufgrund einer Verfügung vom Landkreis Emsland stilllegen, da sich die Struktur der Betreibergesellschaft dahingehend änderte, dass eine Privilegierung von landwirtschaftlichen Bauvorhaben nicht mehr gegeben war.

Inzwischen tritt Müller bei der Ertüchtigung der Anlage erneut als Antragsteller und mit zwei neuen Investoren an. Nach Angaben der Gemeinde ist er mit 65 Prozent und zwei Mitgesellschafter aus Friesoythe und Börger mit den übrigen 35 Prozent beteiligt. Einhergehend mit dem Antrag auf eine neue Genehmigung soll die Anlage nun baulich verändert werden. Geplant ist die Versetzung der Biogasnotfackel auf ein separates Fundament sowie die technische Umrüstung. Ziel dieser Maßnahme sei es, die Betriebssicherheit der Anlage zu erhöhen. Außerdem soll das bestehende Gärrestelager ein Tragluftdach aus einem Wetterschutz und einer Gasspeicherfolie erhalten. Außerdem ist die Errichtung eines weiteren rund neun Meter hohen Gärrestelagers mit einem Durchmesser von 32 Metern geplant.

Im Rahmen der Bürgerfragestunde wurden die Politiker aufgefordert, derartige Vorhaben stärker zu hinterfragen und die Zustimmung zu verweigern. Dienststellenleiter Ludger Tholen machte deutlich, dass die Gemeinde nur einen sehr engen Entscheidungsspielraum habe, der sich im wesentlichen auf die Sicherung der Erschließung reduziere. „Für Fragen beispielsweise über Immissionen gibt es Fachleute bei der Genehmigungsbehörde, dem Landkreis Emsland“, so Tholen.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Ingrid Poelmann machte deutlich, dass sich ihre Fraktion bei der Abstimmung zur Erteilung des Einvernehmens enthalten werde, um ein Zeichen gegen derartige Vorhaben zu setzen. Paul Krupinski (CDU) erklärte, dass er sich bei derartigen Vorhaben mehr Entscheidungsspielraum wünschen würde. „Uns sind hier aber die Hände gebunden“, so der Ratsherr.

Gegner des Vorhabens versuchten indes, die Bürgerfragestunde auch für Statements zu nutzen. Schmidt verwies dabei mehrmals darauf, dass man sich über mehr Bürgerbeteiligung freue, aber die Fragestunde der Informationsgewinnung diene.