zuletzt aktualisiert vor

Kathodenschutzanlage wird installiert Kanalbrücke bei Bockhorst wird für 600000 Euro saniert


Bockhorst. Während Lastwagen, Autos und Trecker unentwegt über die Küstenkanalbrücke der B401 bei Bockhorst donnern, wird unter ihnen seit Montag kräftig Hand angelegt. Das riesige Bauwerk wird in den kommenden Monaten generalüberholt, um es für die kommenden Jahrzehnte wieder fit zu machen. Dazu wird auch eine technische Innovation neu eingebaut, eine sogenannte Kathodenschutzanlage.

Nach Auskunft von Wolfgang Schlömer, der beim Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Meppen für Bauunterhaltung zuständig ist, wird diese Anlage aufgrund ihrer Größe von 730 Quadratmetern in Deutschland einzigartig sein. Sinn und Zweck dieser Maßnahme ist es, das in die Betonfahrbahn eingebaute Eisen vor Rost zu schützen. Das Mittel zum Zweck ist elektrischer Strom. Die sogenannten Bewährungslagen werden dauerhaft unter Niedrigspannung gesetzt. Damit wird verhindert, dass sich Rost ansetzt und dadurch die Stabilität der Brücke leidet.

Nach Auskunft von Wolfgang Schlömer hat das allwinterliche Streuen von Salz dazu geführt, dass Chloride in die Betonfahrbahn „eingesackt“ seien und hier das Eisen rosten ließen. Den Beleg dafür lieferte eine sogenannte Potenzialfeldmessung. Schlömer faltet dazu eine große Karte auseinander, die die Brückenfahrbahn zeigt. Wie auf einem leicht pixeligen Foto sind hier viele grüne und hellgrüne Kästchen zu sehen, aber eben auch einige wenige Stellen mit rötlichen Quadrätchen. „Hier hat der von den Chloriden ausgelöste Rost das Eisen bereits angegriffen“, stellt WSA-Mitarbeiter Schlömer fest. Damit das nicht weiter um sich greift, werde mit der Kathodenschutzanlage dem ein Riegel vorgeschoben.

Zu deren Einbau werden in Abständen von 20 Zentimetern jeweils zwei Zentimeter tiefe und einen Zentimeter breite Schlitze in die Brückenfahrbahn gefräst. Darin werden sogenannte Titanbänder verlegt, die die Niedrigspannung in das Bauwerk transportieren. „Zugleich läuft mit dem Betrieb der Kathodenschutzanlage eine permanente Überwachung des Stromflusses, sodass Veränderungen an der Brückenbewährung festgestellt werden können“, wird laut Schlömer die Wirksamkeit der Anlage laufend überprüft. Seien die Schlitze wieder verfüllt, erhalte die Fahrbahn eine neue Deckschicht aus Chrom-Erd-Schlacke, die besonders rutschfest sei.

Komplett erneuert wird indes einer der Übergänge zwischen dem Brückenelement und dem „Festland“. An dieser Stelle befindet sich ein sogenanntes Schleppblech. „Das ist schon mehrfach behelfsmäßig repariert worden, aber jetzt muss es zusammen mit den Halterungen ausgetauscht werden“, berichtet Schlömer.

In die insgesamt 600000 Euro kostende Generalüberholung fallen auch umfangreiche Arbeiten an den riesigen Stahlelementen, die unter der Brücke eingebaut sind. Auch sie erhalten einen neuen Korrosionsschutz. Insgesamt handelt es sich um eine Fläche von rund 2000 Quadratmetern. Ausgebessert werden zudem die Betonelemente der Widerlager, auf denen die Brücke ruht.

Etwa Mitte November sollen alle Arbeiten zu Ende gebracht sein. Bis dahin kann es laut Schlömer zu leichten Beeinträchtigungen für den Verkehr kommen. Gleichwohl müsse die Brücke und damit die Bundesstraße 401 eine Zeit lang auch voll gesperrt werden. Das sei wahrscheinlich vom 12. September bis 21. Oktober der Fall.


0 Kommentare