Große Freude in Oberlangen Als Polen 1945 im Emsland Polinnen befreiten


Esterwegen. Freude und Leid haben vor 70 Jahren bei der Befreiung beziehungsweise Räumung der Emslandlager nah beieinandergelegen. Unfassbare Freude in Oberlangen, wo am 12. April polnische Soldaten mehr als 1700 Landsfrauen befreiten, die nach der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes inhaftiert worden waren. Nur gut 20 Kilometer entfernt lässt am gleichen Tag allerdings der 19-jährige Gefreite Willi Herold in Hauptmannsuniform im Lager Aschendorfermoor ein Blutbad anrichten.

Die Frauen haben im Sommer 1944 als Sanitäterinnen und Melderinnen der Untergrundarmee „Armia Krajowa“ am Warschauer Aufstand gegen die deutschen Besatzer teilgenommen und sind nach der Gefangennahme ins Emsland gebracht worden. Zufall war

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Die Gedenkstätte Esterwegen

Die Gedenkstätte Esterwegen ist als europäischer Gedenkort für alle 15 Emslandlager und ihre Opfer im Oktober 2011 eröffnet worden. Sie befindet sich am historischen Ort des früheren Konzentrations- und Strafgefangenenlagers Esterwegen, von dem allerdings nur noch wenige Überreste vorhanden sind. Als KZ unterstand es 1934 bis 1936 direkt dem Reichsführer SS Heinrich Himmler, der das Lager auch persönlich besuchte. Zu den bekanntesten Häftlingen in dieser frühen Zeit gehörten der Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky, der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Preußischen Landtag Ernst Heilmann sowie der spätere niedersächsische Ministerpräsident Georg Diederichs. Insgesamt sind von 1933 bis 1945 rund 200000 Personen in den Emslandlagern inhaftiert gewesen.

Heute werden in der Gedenkstätte zwei in den 1970er-Jahren errichtete Lagerhallen des ehemaligen Bundeswehrdepots als Besucherinformationszentrum mit Archiv, Arbeitsräume und Dauerausstellung genutzt. Zudem gibt es in direkter Nachbarschaft ein Kloster der Mauritzer Franziskanerinnen. vb

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