Lösung für mehr Anlagen in Sicht Weniger Wohnabstand zu Windkraft in Nordhümmling?

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Die meisten Windenergieanlagen sind zwar aus den Nordhümmlinger Mitgliedsgemeinden zu sehen, stehen allerdings in der Nachbarschaft. Foto: Jürgen EdenDie meisten Windenergieanlagen sind zwar aus den Nordhümmlinger Mitgliedsgemeinden zu sehen, stehen allerdings in der Nachbarschaft. Foto: Jürgen Eden

jed Esterwegen. Fast sah es so aus, als wenn die Samtgemeinde (SG) Nordhümmling gar nicht von der bundesweiten Neuausrichtung der Energieversorgung profitieren, künftig aber wohl noch stärker durch Windkraftanlagen in den Nachbargemeinden beeinträchtigt wird. Hier zeichnet sich mit dem nicht unumstrittenen neuen Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) eine Lösung ab. Wie in der vergangenen SG-Ratssitzung deutlich wurde, sieht es nach einer Nachbesserung für die Nordhümmlinger aus.

Konkret stand die 95. Änderung des Flächennutzungsplanes „Windenergie“ im Mittelpunkt der Beratungen, die aufgrund des künftigen RROP in die Wege geleitet wurden. Seit Mitte des vergangenen Jahres beschäftigen sich die politischen Gremien der SG im Rahmen des sogenannten Scoping-Verfahrens als Träger öffentlicher Belange mit dem 1. Planentwurf des RROP. „Gäbe es das RROP nicht, wäre ein Wildwuchs von Anlagen die Folge“, sagte der Erste Samtgemeinderat Christoph Hüntelmann. Hiermit erhielten nicht nur der Landkreis Emsland, sondern auch die Kommunen grundsätzlich wichtige Steuerungsmöglichkeiten. Allerdings sah der 1. Planentwurf bei den Abständen zur Wohnbebauung in Außenbereichen Entfernungen von 1000 Meter vor. Damit hätten die Nordhümmlinger faktisch keinerlei Gestaltungsmöglichkeiten gehabt, weil keine Neuansiedlungen möglich wären.

Nach den Einwendungen der Samtgemeinde und anderer Kommunen zeichnet sich nach Worten des Ersten Samtgemeinderates Christoph Hüntelmann nun eine Änderung des bisherigen Planentwurfes beim Kreis ab. So sollen die Abstände für die Wohnbebauung in Außenbereichen auf 800 Meter reduziert werden. Damit könnten nach vorsichtiger Einschätzung der Samtgemeindeverwaltung in einigen wenigen Teilbereichen, beispielsweise in der Nachbarschaft des vorhandenen Windparks in Esterwegen, sowie in Breddenberg Erweiterungen um einige Anlagen vorgenommen werden.

Obwohl in der Samtgemeinde nur wenige Ansiedlungen in der Vergangenheit möglich waren, zeichnet sich in der Landschaft ein ganz anderes Bild ab. Denn die Nachbargemeinden Lorup (SG Werlte) und Börger (SG Sögel) wiesen in der Vergangenheit Gebiete in unmittelbarer Nachbarschaft zu Breddenberg und Esterwegen aus. Esterwegen und Hilkenbrook hingegen sind stark eingeschränkt, da weite Teile der Flächen als Natur- und Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen sind.

Der Nordhümmlinger Samtgemeinderat stimmte letztlich geschlossen für die 95. Änderung des Flächennutzungsplanes und brachte damit den Aufstellungsbeschluss auf den Weg. Anfang des kommenden Jahres rechnet die SG-Verwaltung in Esterwegen mit einem erneuten Beteiligungsverfahren bei Vorlage des zweiten Entwurfs vom Landkreis Emsland zum RROP.


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