Chronik wird vorgestellt 1500 Seiten über Esterweger Familien und Geschichte

Um das Vorgehen für die Chronikvorstellung und die Abgabe zu besprechen, trafen sich der Bockhorster Herausgeber Heinrich Albers (links) und Johannes Block aus Rhauderfehn. Foto: Jürgen EdenUm das Vorgehen für die Chronikvorstellung und die Abgabe zu besprechen, trafen sich der Bockhorster Herausgeber Heinrich Albers (links) und Johannes Block aus Rhauderfehn. Foto: Jürgen Eden

jed Bockhorst. Viele Esterweger Familiengeschichten kennt der Ruheständler Heinrich Albers bereits aus seinem Berufsleben als Altenpfleger. Doch in den letzten fünf Jahren haben sich seine Kenntnisse vervielfacht. Denn Albers erstellte ein Heimatbuch, in dem nicht nur die Historie, sondern vielmehr die Menschen und Wohnhäuser eine große Gewichtung fanden. Am kommenden Freitag wird das 1500-seitige Werk im Esterweger Infozentrum an die vorgemerkten Interessenten übergeben.

Die Erwartungshaltung dürfte hoch sein: Denn rund 450 Interessenten gingen vor einem Jahr bereits in Vorleistung und zahlten den Abgabepreis von je 100 Euro. Besonders bemerkenswert: Das zweibändige Buch musste zu dem Zeitpunkt noch verfasst werden. „Anders wäre es nicht gegangen, denn eine derartige Summe im mittleren fünfstelligen Bereich hätte eine Bank für ein derartiges Vorhaben wohl kaum finanziert“, so der Herausgeber.

Das sich Albers und seine ehrenamtlichen Helfer keineswegs immer auf der Zielgeraden befanden, wurde spätestens deutlich, als sein guter Freund und Mentor Johannes Block Ende letzten Jahres erkrankte. Der ehemalige Lehrer und Bürgermeister von Rhauderfehn war es, der trotz seiner Krankheit jede Seite mehrfach Korrektur las und auch in die konzeptionellen Überlegungen eingebunden war.

Albers’ Anspruch war hoch: Jedes Haus sollte mit seiner Geschichte und einem Foto erfasst werden. Er entwickelte einen Anhänger mit einem hölzernen Podest, auf dessen Stuhl er mit seiner Kamera Platz nahm, um sehr rationell die vielen Gebäude zu fotografieren. In mühevoller Kleinarbeit erfassten und recherchierten Albers, Johann Brand, Anton Brake, Heinrich Otten und Heinrich Vogel die Informationen über die Haushalte und Familien bis in die zwölfte Generation zurück.

Die sachliche Überprüfung nahmen Rudolf Schmitz und Günter Gratzki vor. Aber Albers’ Mitstreiter spitzten auch die Ohren, um kleine Geschichten und Anekdoten aufzunehmen. Beispielsweise über die Entstehung des Herrenhauses „Heyen Jan“, das sich neben der St.-Johannes-Kirche befindet und einst als Anlaufstelle für den Johanniter-Orden diente. Aber auch Menschen wie Hermann Otten, die öffentlich kaum in Erscheinung traten, bedachte der Autor. Otten pflegte über 20 Jahre seine schwerkranke Frau und erhielt dafür stellvertretend für alle ehrenamtlich Pflegenden das Bundesverdienstkreuz.

„Natürlich durfte in dem umfassenden Werk auch die Geschichte des Ortes nicht fehlen“, sagte Albers. So flossen in den ersten Teil des Werkes die Ortgeschichte, die Kirchengeschichte von Claudia Brand sowie der Esterweger Dose durch Karl-Josef Nick ein. Er arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Abteilungsleiter für Naturschutz und Denkmäler beim Landkreis. Über die Schulgeschichte berichtet Margret Gratzki, während für die Darstellung der Vereine Rosemarie de Haan verantwortlich zeichnet. „Außerdem wurden viele, bisher kaum bekannte, historische Bilder entdeckt und in die Chronik aufgenommen“, ergänzt Albers.

In diesem Zusammenhang richtete Albers auch einen Dank an den Westoverledinger Wilfried Stubbe, der auf den Fundus seines verstorbenen Vaters und Hobby-Heimatforschers Bernd Stubbe aus Papenburg zurückgreifen konnte. Sämtliche Autoren arbeiteten nach seinen Worten ehrenamtlich.

Am Freitag können die vorbestellten Bände ab 20 Uhr und am Sonnabend ab 10 Uhr im Info-Zentrum Esterwegen abgeholt werden. Es gibt aber auch noch einige Restexemplare.