Gruppe beantragt EU-Förderung Vier Samtgemeinden, eine gemeinsame Bewerbung

Meine Nachrichten

Um das Thema Nordhümmling Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Einen LAG-Kodex unterzeichneten im Esterweger Rathaus die Mitglieder der LAG aus den Hümmling-Mitgliedsgemeinden Lathen, Sögel, Werlte und Nordhümmling. Foto: Jürgen EdenEinen LAG-Kodex unterzeichneten im Esterweger Rathaus die Mitglieder der LAG aus den Hümmling-Mitgliedsgemeinden Lathen, Sögel, Werlte und Nordhümmling. Foto: Jürgen Eden

Esterwegen. Wird die Lokale Aktionsgruppe Hümmling (LAG) erneut in das europäische „LEADER“-Förderprogramm bis zum Jahr 2020 aufgenommen? Im Esterweger Rathaus trafen sich jetzt Vertreter der Politik, der Verwaltung sowie verschiedener Vereine, Verbände und Institutionen, um gemeinsam die Bewerbung dafür zu konkretisieren. Neben den bisherigen Kommunen Nordhümmling, Sögel und Werlte ist erstmals Lathen Mitglied der LAG.

Die Bewerbungsunterlagen müssen Anfang Januar eingereicht werden. Sollte es grünes Licht geben, könnten Projekte der Handlungsfelder Leben, Wirtschaft und Natur in 21 Gemeinden gefördert werden. Neu in dem LAG-Gremium ist Christian Thien von der Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth aus Sögel. Er tritt die Nachfolge des 70-jährigen Michael Hevicke an, der aus Altersgründen seinen Verzicht erklärte.

Bereits am Anfang entwickelte sich eine rege Diskussion um die Gewichtung dieser Handlungsfelder. „Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und damit verbundenen neuen medizinischen Herausforderungen empfehle ich eine starke Gewichtung der Arbeitsschwerpunkte zugunsten des Handlungsfeldes Leben“, so der Erste Samtgemeinderat Nordhümmlings, Christoph Hüntelmann. Ein weiterer Vorschlag aus dem Plenum, die Gewichtung von Projekten aus der Wirtschaft auf 40 Prozent hochzuschrauben, wurde ebenfalls diskutiert. Letztendlich sprach sich die LAG dafür aus, die Fokussierung der künftigen Projekte zu 50 Prozent auf das Handlungsfeld Leben, zu 30 Prozent auf die Wirtschaft und 20 Prozent auf die Natur zu setzen.

Breiten Raum fand auch die Diskussion um die regelmäßige Bereitstellung eines kommunalen Kofinanzierungstopfes, in den die vier Samtgemeinden jährlich einzahlen sollen. Das hätte nach Worten von Regionalmanager Ralph Deitermann eine klare Signalwirkung und würde den Kooperationswillen untermauern.

„50 niedersächsische Kommunen bewerben sich, doch nur 40 werden in das Programm aufgenommen“, mahnte Deitermann in Richtung des 25-köpfigen Plenums. Einige Kommunen aus dem südlichen Niedersachsen sind nach Worten des LAG-Vorsitzenden Günter Wigbers aufgrund eines fragwürdigen Punktesystems von der Landesregierung bessergestellt als die Emsländer. Er weigerte sich zwar gegen eine zu starre Festlegung im Vorfeld. Doch der Kooperationswille müsse unterstrichen werden.

Eine Differenzierung nahm die LAG erneut bei den Antragstellern vor. Projekte aus öffentlicher Hand können mit 50 Prozent und private Vorhaben mit 30 Prozent unterstützt werden. Außerdem sieht die neue Förderrichtlinie eine Deckelung von maximal 100000 Euro vor. Die Gesamt-Netto-Fördersumme von den möglichen 2,4 Millionen Euro wird in jedem Fall sinken. Denn in der letzten Förderperiode bis Ende 2014 zählten nur drei Kommunen zur LEADER-Region Hümmling. Da mit dem Neuzugang der Abstimmungsbedarf steigen könnte, bewilligte die LAG als Erstes eine Erhöhung des Handlungsetats „Laufende Kosten“ von 20 auf den Maximalbetrag 25 Prozent, die vom Gesamtetat abgezogen werden müssen.

Die Bewerbung soll im Dezember schließlich in den politischen Gremien und im Januar der Öffentlichkeit vorgestellt werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN