Dienstantritt von Stefan Eichhorn Esterweger Rathaus-Chef ist noch auf Wohnungssuche

Seine Akten und Mappen hatte Stefan Eichhorn in einen Karton gepackt und vom zweiten in den ersten Stock des Rathauses geholt. Sein neues Dienstzimmer als Samtgemeindebürgermeister befindet sich genau unter seinem alten Büro. Foto: Jürgen EdenSeine Akten und Mappen hatte Stefan Eichhorn in einen Karton gepackt und vom zweiten in den ersten Stock des Rathauses geholt. Sein neues Dienstzimmer als Samtgemeindebürgermeister befindet sich genau unter seinem alten Büro. Foto: Jürgen Eden

Esterwegen. Auf eine Ansprache zu seinen 42 Rathausbediensteten hat der neue Bürgermeister der Samtgemeinde Nordhümmling, Stefan Eichhorn, verzichtet. Dafür gab der Parteilose ein Frühstück aus. Auch seine erste Amtshandlung war weniger staatstragend: Seinen Computer holte der ehemalige Kämmerer in sein neues Dienstzimmer, vernetzte ihn, richtete sein neues E-Mail-Konto ein und räumte seine Akten in die Regale. Doch sein Chefkalender füllt sich bereits.

Aber zunächst zum Privaten: Der Rhauderfehner ist zurzeit mit seiner Lebensgefährtin in Esterwegen auf Wohnungssuche. Einige Besichtigungstermine stehen noch an. Denn die Wege zum Rathaus sollen kürzer werden.

Wie hoch ist seine dienstliche Motivation? „Die Freude auf das neue Amt istnatürlich nach meiner Wahl von Tag zu Tag weiter gestiegen“, sagt der 36-Jährige. In den letzten Wochen habe er seinen Amtsantritt kaum noch abwarten können. Denn viele Vorhaben, beispielsweise die Schulsanierungen, die Ausweisung von Gewerbe- und Wohngebieten, aber auch die Mitwirkung an Förderprogrammen wie Leader habe er bereits als Kämmerer begleitet.

Doch was sind konkret seine nächsten Ziele? Das neue Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) brennt bei ihm aktuell am stärksten unter den Nägeln. Nach derzeitigem Stand sind offenbar aufgrund von überalterten Karten durch Landesbehörden rechtskräftig ausgewiesene Flächen der Kommune als Vorranggebiete zur Moorerhaltung und Wiedervernässung aufgenommen worden. Würde man das so im Raum stehen lassen, hätte das erhebliche Nachteile für die Kommune und die Grundstückseigentümer.

Die Abwasserbeseitigung steht ebenfalls ganz oben auf seiner Agenda. Denn die bisher weitverbreitete Verteilung des Klärschlamms wird künftig nicht mehr möglich sein. „Ob ein gemeinsamer Abwasserverband mit den Samtgemeinden Sögel, Werlte und Lathen die beste Lösung ist, werden wir in unseren Gremien ergebnisoffen diskutieren“, sagt Eichhorn. Die Abwasserbeseitigung ist nach seinen Worten neben Schulen und Feuerwehren eines der zentralen Themen für Samtgemeinden.

Für die Bürger wird indes die Umstellung auf verbrauchsabhängige Abwassergebühren sehr konkret. Bisher erfolgte eine Schätzung nach Einwohnergleichwerten, das heißt, nach einer Prokopf-Pauschale.

Mit Blick auf die Finanzen stellt Eichhorn eine Sitzung aller Fraktionen in Aussicht. Dort soll über die Eröffnungsbilanz gesprochen werden, denn die Kommune hat das Zahlenwesen von der Kameralistik auf die kaufmännische Buchführung umgestellt.

Weiter geht es auch mit der neuen Leader-Förderperiode. Der Esterweger Verwaltungssitz soll energieautark werden. Die künftige Versorgung mit Hausärzten und die Unterbringung von Kriegsflüchtlingen sind ebenfalls Chefsache.

Um die Ausstattung der Feuerwehren zu verbessern, wird über die Anschaffung eines Drehleiterwagens nachgedacht. „Wir haben zwar nicht sehr viele hohe Gebäude. Aber Einsatzszenarien haben gezeigt, dass diese Fahrzeuge aufgrund der Streuwirkung des Wassers die Löscharbeiten optimieren können“, so Eichhorn.

Doch nicht nur zur Verwaltung und zu den politischen Vertretern will er einen direkten Draht pflegen. „Ich halte es wie mein Vorgänger Hermann Tebben. Meine Tür steht allen Bürgern offen“, so Eichhorn.